PC-Spiele

WesterosCraft

by Gunnar on 7. Juli 2012 · 8 comments

Unfassbar. Halb Westeros (Westeros, ihr wisst schon) in Minecraft nachgebaut.

Wobei man natürlich schon sagen muss, dass Westeros oft nachgebaut wird, als interaktive Karte, von den Simpsons, mit Playmobil, in Lego beispielsweise. Aber die Bilder da sind ziemlich sensationell.

Und man kann dort sogar hingehen. Und von King’s Landing zum Wall spazieren, falls einem der Sinn danach steht: Minecraft starten und mc.westeroscraft.com als Serveradresse eingeben.

 Ich hatte mir, wie ich kürzlich in einer alten Mail an mich selber wieder entdeckte, 2008 mal den Vorsatz gesteckt, auf dieser Seite mehr Interviews und Gespräche zu veröffentlichen. Ich fange damit jetzt mal an, no time like the present.

Ich sprach mit Petra Fröhlich, Spielejournalistin der ersten Stunde, über Frauen in der Branche, Jobchancen für Einsteiger und ihre persönlichen Spielevorlieben.

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Zum Zustand der deutschen Spielekritik

by Gunnar on 7. September 2011 · 180 comments

Dies ist ein Gastbeitrag von Christian Schmidt. Chris (34) ist seit 13 Jahren Fachjournalist für Computer- und Videospiele. Er war zuletzt stellvertretender Chefredakteur von GameStar und lange Jahre Kollege des Herrn Lott. Der folgende Text ist eine Langfassung des gestern auf SpOn erschienen Debattenbeitrags.

[Eine kurze Einlassung von Herrn Lott findet sich am Ende dieses Beitrags.]

Ich habe mein Handwerk – das Testen von Computerspielen – vor 13 Jahren auf sehr gründliche Weise gelernt. Mein erster Chefredakteur reichte mir meine Texte gewöhnlich mit einer Reihe von Fragen zurück, die mit rotem Stift an den Rand des Blattes gesetzt waren: Wie funktioniert das Erfahrungssystem? Welche Fahrzeuge besitzt die dritte Kriegspartei? Wie verhält sich der Computergegner auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad? Ich fand zielsicher jede Passage aufgespießt, in der ich mich mit einem kurzen Satz durchzumogeln versucht hatte. Wer fair über Spiele urteilen will, so lernte ich, der muss ihre Funktionsweise gewissenhaft ausleuchten. Ich war ein guter Schüler. Als ich später selbst junge Redakteure anleitete, habe ich diese Akribie an sie weitergegeben. Das ist etwas, das ich jetzt, im fortgeschrittenen Alter von 34 Jahren, bereue.

Wir haben das Falsche gelernt.

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Portal: No Escape

by Gunnar on 24. August 2011 · 2 comments

No Escape ist ein sensationeller Kurzfilm von Dan Trachtenberg und, man erkennt es sofort, eine Hommage an Valves Spiel Portal. Der 5-Minüter wurde erstmals auf der diesjährigen ComicCon gezeigt, nun gibt’s ihn auch legal im freien Internet. Viel Spaß. Fullscreen und aufgedrehte Boxen sind zu empfehlen.

I Demand to See Life’s Manager

by Gunnar on 12. August 2011 · 18 comments

Oben: eine Visualisierung des großartigen Monologs von Cave Johnson aus Portal 2. Unten: die entsprechende Szene aus dem Spiel.

Ach, Portal 2. Wie selten gibt es Spiele mit wirklich gutem Text. Ich darf an dieser Stelle nochmal an einem meiner Allzeit-Spiel-Text-Favoriten erinnern, die Rede von Arcturus Mengsk zur Machtübernahme über die Terranische Konföderation.

Falls ihr, geneigte Mitlesende, Beispiele für gute Mono-/Dialoge, clever angelegte Szenen oder auch nur guten Background-Text in den Köpfen ‘rumfliegen habt, bitte ich um Erwähnung in den Kommentaren. Vielleicht bekommen wir sogar sowas wie eine Top10 zusammen. Ich hätte noch, ohne lange nachzudenken, den “Would you kindly?”-Monolog in Bioshock, die Audiologs in System Shock 2 (und alles, was Shodan sagt), die Welterklärungstextchen in Bioforge (kennt das noch wer?), die Hintergrundtexte in Planescape:Torment, vieles aus den Fallouts.

Stellenanzeige

by Gunnar on 13. Juli 2011 · 8 comments

Mit Ihrer Rifter haben Sie schon einmal eine Shieldcane in schwere Bedrängnis gebracht, Ihr Loltraktor hat Chuck Norris als Gunner und sie besitzen volles Tier 12 Equip mit einem Gearscore von mindestens 373.

Sie sprechen fließend Klingonisch, kennen das D&D-Regelwerk auswendig (Third Edition) und lösen einen 5×5 Rubiks Cube einhändig hinter dem Rücken. Vor dem Frühstück.

Aus einer Stellenanzeige der Gameforge AG. [Quelle]

O Immersion, where art thou?

by Gunnar on 29. Dezember 2010 · 6 comments

Dies ist ein Gastbeitrag von Fabian Krapp aka Styg.

Computerspiele, die man noch Jahr(zehnt)e später nostalgisch verklärt und vehement gegen niederträchtige Kritisierungsversuche verteidigt, besitzen eine Art hauseigene Matrix: Man entscheidet sich für die rote Pille, taucht ein, wenige Augenblicke später ist es vier Uhr morgens. Such is the power of immersion!

2010 war mein Jahr der blauen Pillen, Pech gehabt.
Schnelle Zugänglichkeit und Oberflächlichkeit, diese “Casual”-Sache da, für den kurzen Feierabend-Zock genau richtig! Bei den dicken Brocken aber sieht die Sache anders aus: Viele AAA-Titel erlauben kein Innehalten, möchte man hinter der hauchdünnen Zwiebelschicht aus Skriptsequenzen und Grafikvorhängen nicht auf ein klappriges Motivations-Gerüst stoßen. Wenn am Fantasy-Lagerfeuer der dunkle Wald im Hintergrund ausmodelliert und nicht nur schemenhaft angedeutet ist, wenn in der SciFi-Oper jeder Gang einer Raumstation auch tatsächlich begehbar ist, dann muss oder kann nichts mehr hinzugedacht werden. Der Trend zur expliziten “Komplettdarstellung” kann zum Problem werden – weil er die Vorstellungskraft entmündigt.

Kopfkino wird unterschätzt.
Die C-Beams in der Nähe des Tannhauser Gate habe ich nie über einen Bildschirm flimmern sehen. Meine eigenen implizierten Vorstellungen und Gedanken dazu habe ich daher auch nicht durch explizit vorgegebene Interpretationen einer Grafikabteilung ersetzt. In der Flut von Polygonen, Texturen, Shadern (und kreuzdämlichen Dialogen) wird gerne übersehen, dass Immersion voraussetzt, etwas aus der eigenen Vorstellungskraft oder Gefühlswelt in ein Spiel einweben zu können.

Vielleicht ist diese Wahrnehmung der lange Schatten der Vielspielerei, schließlich hat man alles schon einmal irgendwie gesehen, hat Mechaniken längst klar umrissen und in zig Abwandlungen konsumiert. Sehr wahrscheinlich legt man die im Alltag ganz praktische Ratio auch nicht konsequent genug ab und wendet sie dann dummerweise auf zur Bespaßung gedachte Unterhaltungssoftware an. Mag sein.

Vielleicht aber haben zwischen die groben Pixelraster vergangener Tage auch tatsächlich mehr dieser Immersion-Partikel gepasst.
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Who the Fuck is Fabian Krapp?

Fabian Krapp ist Informatiker, 28, selbstverständlich langhaarig, jedoch noch unbebrillt. Er trinkt Kaffee ausschließlich schwarz, macht beruflich “irgendwas mit Medien” und in seiner Freizeit Heavy-Metal oder Fotos. “Styg” ist ein Überbleibsel aus seligen Quake-Zeiten, als die Sache mit den jugendlichen Reflexen noch funktionierte. Er spielt leidenschaftlich gerne RPGs, ist von Shootern mittlerweile übersättigt und für MMO-Gaming nicht mehr empfänglich. Styg trauert seligen LAN-Zeiten nach, als man noch tageweise in verdunkelten Zimmern saß und die lokalen Pizzadienste subventionierte. Persönliche Nemesis ist der Hang zu Logik, Abstraktion und Bauchgefühl gleichzeitig. Diese Selbstbeschreibung besteht aus exakt 100 Wörtern, wie von Gunnar gewünscht. Pedant.

8-Bit Starcraft

by Gunnar on 20. Mai 2010 · 13 comments

Kennt vermutlich schon jeder, ist ja schon fast eine Woche alt, aber es konnte nicht auf die nächsten Sonntagslinks warten.

“This is gameplay footage from the original game “Starcraft” as it was released in 1984. My uncle worked as an assistant programmer for Blizzard/Activision in the early 80’s. I found this in his closet next to an old Colecovision.”

Als das A von EA noch für “Arts” stand

by Gunnar on 22. Februar 2010 · 27 comments

Ein Beitrag mit vielen Bildern, aber fast ohne Text, in welchem der Verfasser einmal mehr zu erkennen gibt, dass seine zur Schau getragene Progressivität größtenteils Fassade ist und er im Gegenteil grundsätzlich die Meinung vertritt, dass früher alles besser war. Fast alles. Zumindest aber die Computerspiele.

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Ich kann da auch nichts für

by Gunnar on 11. Februar 2010 · 18 comments

Ein kurzer Beitrag, in welchem dem Autor verstörende Tendenzen zeigt.

Gestern, Nordschwabing, 18:57. Ich gehe durch die dunklen, schneeverwehten Straßen vom Büro zur U-Bahn. Der Zufallsgenerator im iPod wählt als nächstes Lied etwas Beschwingtes, mit Country-Einschlag. Selbstvergessen wippe ich mit, den Oberkörper rhythmisch bewegend. Bis mir auffällt, dass ich dabei — in meiner dicken Winterjacke, mit der spitzen Kapuze auf dem Kopf — aussehen muss wie ein betrunkener Zwerg aus Schneewittchens Gefolgschaft. Ich halte inne und schaue mich um, ob jemand meine kleine Albernheit bemerkt hat. Heutzutage weiß man ja nie, ob man nicht gerade von touristischen Handykameras oder chinesischen Satelliten gefilmt wird. Auf der Straße ist wenig los, aber ein paar Schritte hinter mir kommen zwei, drei kleinere Praktikanten. Sie marschieren an mir vorbei, den Blick fest auf den Boden geheftet. Ich weiß nicht, ob sie etwas bemerkt haben, aber das ist jetzt auch egal: Ich ziehe das M-15 Vindicator Sturmgewehr* und feuere ein paar kurze Stöße. Sie fallen um wie Geth. Jetzt fällt mir auf, dass drüben auf der anderen Straßenseite jemand aus dem Fenster schaut, ein Zeuge — ich wechsele zum Präzisionsgewehr M-97b Viper. Tschack! Ich krame nach der Infernogranate, aber es ist kein Ziel mehr in Sicht. Okay. 75 “Renegade”-Punkte. Ich gehe weiter zur U-Bahn.

Hm. Äh.

Vielleicht spiele ich zu viel Mass Effect 2.

Fragen Sie Herrn Kaliban

Dezember 16, 2009

Fragestunde.

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Killerspielspielchen

September 25, 2009

Vielleicht habe ich nicht alles genau beobachtet, aber mir kam es so vor, als ob die Medien, so voyeuristisch ihre “Berichterstattung” bei der gräßlichen Bluttat von Ansbach auch war, sich immerhin im Vergleich zu den vorangegangenen Amokläufen einigermaßen zurückgehalten haben..

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