PC

Windows 7 — na und?

by Gunnar on 23. Oktober 2009 · 46 comments

Ich bin ein kleines bisschen irritiert– was soll die ganze Hysterie in Twitter, Medien und Blogs um den Launch von diesem Windows 7?

Ich bin nun kein IT-Experte und habe auch die Beta von Windows 7 nicht ausprobiert, aber hey, so wie ich das verstehe, tut Windows 7 letztendlich doch nur das, was eigentlich Vista schon 2007 hätte tun sollen, aber einfach nicht getan hat. Sich jetzt zu freuen, dass man den Problemen einer teuren Software durch den Kauf einer neuen Fassung derselben teuren Software beikommen kann, ist ein bisschen sad.

Natürlich ist es schön, dass das missratene Vista (seinerzeit übrigens auch schon als bestes OS seit Erfindung des heißen Wasser beworben) jetzt abgelöst wird, aber nach so einem Desaster würde ich erwarten, dass MS den Kunden die nächste Variante als kostenloses Upgrade per singendem Boten ins Haus liefert, mit Goldschleifchen drum. Immerhin haben Privatnutzer und Firmen erst kürzlich ordentlich Geld für Vista ausgegeben — ein Betriebssystem ist ja nichts, was man in jedem ungeraden Jahr neu kaufen will. Das jetzt auch noch so halb-lustig zu karikieren, indem man insistiert, dass jetzt aber wirklich alles einfacher würde, das, liebe Redmonder, ist nachgerade frech.

eee_retro_pcWenn Sie, lieber Mitlesender, zufällig Besitzer einer PC-Schrauberbude oder eines kleinen PC-Bauteileversenders oder eines ähnlichen Ladens sind und irgendwie am aktuellen Boom der so genannten Netbooks partifizieren wollen, aber keine rechte Idee haben, was Sie mit diesem schmerzhaft niedrigpreisigen Segment anfangen sollen…

… dann hätte ich was für Sie. Eine Idee aus meinem dicken Buch Dinge, mit denen ich vielleicht reich werden könnte, wenn ich mehr Elan dafür aufbringen würde. Also: Sie kaufen einen Haufen Netbooks beliebiger Bauart. Aus Indien, meinetwegen. Während die hergestellt werden, erwerben Sie für einen Strauß von Lizenzen an alten PC-Spielen, solchen aber, die heute noch von Veteranen lobend erwähnt werden. (Falls Sie davon keine Ahnung haben: Moby weiß alles.) Gut zwei Dutzend sollten es schon sein, gerne auch dreißig oder 50, wenn Sie das hinbekommen. Achten Sie auf eine gute Mischung aus Kult und Kultur. Dann besorgen Sie sich die Files dazu und beauftragen Sie eine Programmierfirma in Sri Lanka, eine Installierroutine zu schreiben, die all die Games in einem Rutsch auf das Netbook stempelt. Vielleicht können die Srilankesen Sie auch noch in der Frage beraten, welches Betriebssystem in welcher Konfiguration auf dem Netbook laufen muss, damit der Käufer bequem alle Spiele ohne Probleme starten kann. DOS 6.1 vermutlich, mit einer Art Spieleauswahl-Startbildschirm. Dann lassen Sie die Inder die PCs konfigurieren und liefern.

So. Geht alles? Okay. Jetzt denken Sie ein wenig über’s Marketing nach und positionieren das neue Gerät als eine Art Retro-Konsole für ältere Herren, die Spiele lieben. RetroStationtm oder so. Vielleicht legen Sie noch einen Joystick bei. Dann verlangen Sie einen absurden Preis und hoffen, dass die zahllosen Nerdblogs und Spielezeitschriften Sie kostenlos promoten. Die Zielgruppe, die in der Mehrheit das Hantieren mit Emulatoren und solchem Zeug satt hat, aber idealisierte Jugenderinnerungen an schöne alte Spiele in ihrem Herzen herumträgt, sollte Ihnen die Bude einrennen. Das kann dann ein paar Jahre so laufen, die Maschine altert ja nicht. Wenn Sie richtig viele verkauft haben sollten, können Sie über eine Art Erweiterungspaket mit zusätzlichen Spielen nachdenken. Easy Money.

So. Worauf warten Sie noch? Hopp-hopp. Sie schaffen das. Wenn Sie dann reich sind, können Sie ja mal an mich denken und mir ein Bier oder einen Ferrari ausgeben.

Windows 7 ist besser als Vista

by Gunnar on 12. Januar 2009 · 14 comments

Geht ja auch gar nicht anders. Oder?

[via exdc]

AVI to FLV to HELL

by Gunnar on 24. November 2008 · 11 comments

Zwei kostbare Stunden, in den ich auch Fallout 3 hätte spielen oder durch intensives Meditieren den Weg zur Glückseligkeit hätte finden können, habe ich damit verbracht, zu versuchen, Videos mit einem eigenen Videoplayer hier zu embedden.

Und das nur, weil ich der Verwandtschaft ein paar Guck wie niedlich eure Enkelin ist-Videos zeigen wollte, mich aber gescheut habe, dieselben auf Youtube zu laden, um nicht verwackelte, unscharfe Babysabberszenen den Augen der Welt preiszugeben. Erst lief das Konvertierungsprogramm nicht, einfach so, dann war die Auslagerungsdatei zu klein, was ich durch Löschen eines fetten Ordners reparieren wollte, wobei der Rechner vor Schreck abgestürzt ist. Dann konvertierte das zweite, neu installierte Konvertierungsprogramm anstandslos, dafür konnte der Browser auf der Seite dann den Player nicht anzeigen und empfahl die Installation von Flash, obwohl er alles andere Flashzeug anstandlos abspielt, selbst das in den Bannern, was ich möglicherweise gar nicht sehen will. Als nächstes begann der Browser mir auf absurdeste Weise Probleme mit dem Download eines alternativen Players zu machen, indem er mir einfach nicht anzeigte, wo er die runtergeladene Datei abgelegt hatte und mir obendrein nicht erlaubte, selber einen Zielordner zu bestimmen. Die Windowssuche spielte mit und behauptete, es gäbe die Datei auf meinem Rechner nicht. Der eilig eingewechselte Ersatzbrowser erklärte sich mit der restlichen Software solidarisch, wollte nicht den Streikbrecher spielen und stürzte drei Mal ab.

Und am Ende wurde das Video dann auf der Webseite wieder nicht angezeigt, aber anders als vorher, diesmal gleich mit einem spektakulären Zerschießen des CSS.

Ich könnte schreien.

Ob das daran liegt, dass meine Frau mit ihrer Anti-Software-Aura in der Nähe saß?

Die Probleme von Göttern

by Gunnar on 17. November 2008 · 13 comments

Erinnert sich noch jemand an den Typen, ich glaube es war ein Lastwagenfahrer aus Per Anhalter durch die Galaxis (Douglas Adams), der sich immer wundert, dass es dauernd regnet? Irgendwann kommt dann raus, dass er in Wirklichkeit die Inkarnation eines Regengottes ist und die Wolken ihn lieben und immer bei ihm sein wollen, um ihn zu streicheln und zu tränken.

Ich glaube, meine Frau ist vielleicht eine wiedergeborene Version der aztekischen Göttin für das Funktionieren von Komplexen Funktionen, nur irgendwas ist schief gegangen und es funktioniert gar nichts, im Gegenteil, Computerprogramme gehen in ihrer Gegenwart spontan und auf nicht rekonstruierbare Weise kaputt.

Möglicherweise wollen sie ihr damit ein Opfer darbringen. Oder sie heischen um ihre Aufmerksamkeit.

Da wäre der Fall, dass aus dem Word-Menü einfach die Funktion “Drucken” verschwand; nicht einmal Kenner der Materie wussten, dass es überhaupt eine Möglichkeit gibt, Funktionen dort auszublenden. Oder der Tag, als sich Flickr nur mal so weigerte, Uploads entgegen zu nehmen. Oder der Fall, dass eines Tages einfach das DVD-Laufwerk ihres Laptops gesperrt war — software-seitig, trotz intensiver Recherche nicht nachvollziehbar.

Letzteres Problem hat sich dann, Wochen später, auf erstaunliche Weise gelöst: Meine Frau kommt ins Wohnzimmer und ertappt die Katze, die es sich auf der Tastatur des eingeschalteten Laptops bequem gemacht hat. Und, sensationell, das DVD-Laufwerk steht offen. Katze verscheucht, Laufwerk geschlossen, wieder geöffnet, alles in Ordnung.

Vielleicht ist doch die Katze die reinkarnierte Göttin, und meine Frau war im früheren Leben nur die Hohepriesterin des Tempels für Komplexe Funktionen, die irgendwann in Ungnade gefallen ist.

Oder so.

LOAD “PARADROID”, 8,1

by Gunnar on 18. September 2007 · 23 comments

Wer heutzutage einen neuen PC kauft, der packt ihn aus, schmeißt vier Kilo an Broschüren weg, darunter versehentlich die Garantie und die Bedienungsanleitung, aber wer liest schon Bedienungsanleitungen, wir sind ja Profis, also aus dem Fenster damit, wir checken das schon. Man schaltet an, wundert sich über die erstaunliche Hochstartgeschwindigkeit eines frischen, noch unvermüllten Windows und denkt vielleicht schon mit mildem Schauder daran, dass sich in etwa zwei Wochen in den schlecht durchbluteten tieferen Schichten des Betriebssystems so viel Datenschlamm gebildet haben wird, dass man nach dem Anschalten auch getrost erst einmal die Katzen füttern, die Freundin anrufen und »Die Gebrüder Karamasow« lesen kann. Dann schiebt man derlei defätistische Gedanken beseite, schaut nach der vorinstallierten Software, klickt ein bisschen rum, versucht vielleicht mutig eine Internet-Verbindung herzustellen und so weiter. Schon schön, das alles.

Als ich damals meinen ersten PC auspackte, es war ein C-64 und somit eigentlich gar kein offizieller PC, sondern nur ein Heimcomputer, obwohl das eigentlich eine blödsinnige Unterscheidung ist, aber egal, damals also war das alles ganz, ganz anders. Da gab es keine intuitive Oberfläche, nur diesen kryptischen blauen Eingabebildschirm. Nichts war zu sehen von all den tollen Sachen, die das Ding können sollte. Dabei hatte ich doch meinen Vater erzählt, dass die neumodische Maschine »mir toll bei den Hausaufgaben helfen kann«. Diese bestechende Argumentationslinie war mir von einem Schulfreund nahegelegt worden. Naja. Sinn bekam das alles erst, als ich (per »Datasette«, einem cremefarbenen Kassettenrekorder!) die ersten Spiele laufen lassen konnte. Anekdote am Rande: Tatsächlich habe ich meinen besten Freund Marco am Vorführ-C64 des örtlichen Quelle-Ladens kennen gelernt, wo die Holzmindener Dorfjugend ihre ersten Gehversuche mit Raubkopien unternahm und zu Hunderten Spiele getauscht hat. Die Chose mit den Spielen hat dann logisch und mit nur wenigen Umwegen zu meinem heutigen Beruf geführt. Ahem. Was mich daran erinnert, dass ich vor Jahren in einem Vorstellungsgespräch einem hoffnungsvollen Jungredakteur in spe mal gesagt habe, ich würde »Spielekenntnis bis zurück zum C-64« erwarten. Worauf er mich anschaute, als sei ich ein besonders lernschwaches Kind und mich in ruhigem, aber bestimmten Tonfall darauf hinwies, dass es ja wohl »N64« heißen müsse.

Warum erzähle ich das alles eigentlich? Ach, um der ungewaschenen Jugend von heute mitzuteilen, wie beschwerlich das Leben früher in der Pionierzeit war. Wir hatten ja nichts, damals. Absurd, wie stolz ich war, wenn ich ein Simpel-»Programm« hinbekommen habe, das nichts weiter tat, als den Screen farbig aufblinken zu lassen und ununterbrochen ALLE SIND DOOF AUSSER ICH hinzuschreiben. Und heute? Heute machen fünfjährige Gören Power-Point-Präsentationen für die Projektwoche im Kindergarten, stellen Kurzfilme auf Youtube und hacken sich in den Pentagon-Zentralcomputer ein und so was. Schlimm.

Das verschlossene Fenster

by Gunnar on 26. März 2007 · 12 comments

Neue Dimensionen des technischen Versagens tun sich auf: Heute ist mir ein Ordner bei Windows Vista abgestürzt. Ein einfacher Ordner, quasi ein Fenster! Fenster sind doch sozusagen die Kernkompetenz von Windows. Hat einfach nicht mehr reagiert. Musste es per Taskmanager abwürgen, was immer so ein unangenehmes Gefühl gibt, beinahe so als würde ich kleine Katzen ertränken. Wie kann denn ein Ordner abstürzen? Das hat mein Vertrauen in kommerzielle Betriebssysteme nachhaltig erschüttert. Also wirklich.