Porno

Wenn Männer surfen

by Gunnar on 20. Dezember 2008 · 13 comments

Und dann war da noch der Herr im weißen gebügelten Oberhemd, enge Jeans, Anfang 30, Trendfrisur, dynamischer Gesamteindruck, der einen heftig powerpointierten Vortrag über “Video im Web” hielt. Mit viel Buzzwording und Bullshit-Bingo und einstudierten Witzchen und sonstigem Präsentationstralala.

Irgendwann kommt er zu der Stelle, wo er einen richtigen Punkt machen will, klickt live die Powerpoint in den Hintergrund, holt den Browser (natürlich Firefox) vor, sagt Moment, ich zeige Ihnen das eben auf Youtube und tippt…

Y–O–U–P–O–R–N–.–C–O–M

… ohne innezuhalten oder nachzudenken. Erst als der Screen mit der Frage…

…erscheint, bemerkt er seinen Fehler, erblasst, klickt hastig auf “Leave”, ehe Schlimmeres passieren kann, murmelt irgendwas von falscher Server, Sekunde, tippt Youtube korrekt ein, zeigt rasch, was er zeigen wollte und schaut dann in die Runde, um zu gucken, ob irgendwer seinen Fauxpas bemerkt hat.

Alles Männer.

Und keiner, der nicht grinst.

Porno Porn Pr0n

by Gunnar on 6. März 2007 · 9 comments

pr0n

Also. Zum Porno. Mann konsumiert ihn, Frau angeblich auch immer häufiger. Wie im Fantasy-Buch/Film erfordert der Konsum eine gehörige Dosis suspension of disbelief, also das Ausschalten des inneren Propaganda-Zentrums. Das würde sonst beim Herrn der Ringe oder bei Star Wars die ganze Zeit nur Das ist doch nur eine Computeranimation! Und das ist eine Gummimaske! schreien. Das ist beim Porno schwieriger, weil man ja im Grunde seines Herzens weiß oder doch zumindest vermuten kann, dass den, ahem, Schauspielern ihre Arbeit auf Dauer nicht gut bekommen kann. Zudem ist die Handlung meist dünn, denn das Ziel ist ja eine besondere Form des Entertainments. Nun begreift die Porno-Industrie mittlerweile auch, dass sie nicht immer extremere Sachen auf den Markt bringen kann, sondern dass mehr Qualität her muss. Eines der Resultate ist bekanntlich der immens erfolgreiche Pirates, ein Porno mit Handlung, Special Effects und Spielfilm-Budget. Bei Wired kann man nachlesen, dass es Bestrebungen gibt, vollständig digitalen Porno zu machen – das hätte den Vorteil, dass man sich nicht mehr um das ganze Elend der Akteure hinter den Kulissen herumdenken muss.

Ich vermute, dass digital erzeugter Porno eine ethisch ansatzweise akzeptable Alternative sein könnte, trotz höherer Produktionskosten und, natürlich, weiterhin negativen Frauenbilds. Aber gleich lugt das nächste Problem um die Ecke: virtueller Kinderporno. Hmmm. In Holland wird dieses Schlupfloch, nach einem Zwischenfall bei Second Life, wohl verboten werden. Wir werden sehen.
Es gilt weiterhin die alte Regel:

If it exists, there is porn of it.

[Achtung Gastautor: Thomas ist ein Freund von Gunnar und nutzt unregelmäßig dieses Forum, um seine Weltsicht zu äußern. Gunnar ist manchmal, aber nicht oft Thomas’ Meinung.]