Schweiz

“Ausschaffen”, aber pronto?

by Gunnar on 30. November 2010 · 18 comments

Huh?

Kann es sein, dass die Tatsache, dass die Schweizer Bevölkerung am Wochenende ihre Regierung aufgefordert hat, das Ausländerrecht potenziell ins Absurde zu verschärfen, im Wikileaks-Sturm untergegangen ist?

Das Sturmgeschütz der Demokratie belässt es bei einer Agenturmeldung, die FAZ bei einem kurzen Bericht, Zeit.de hat ihrer ausführlichen Analyse von neulich offenbar nichts mehr hinzuzufügen. Auch in den Blogs ist es ruhig.

Ist aber auch clever von den Schweizern, das Referendum genau zwischen Wikileaks und Stuttgart 21-Schlichtung einzuschieben.

Sophie Hunger: Your Personal Religion

by Gunnar on 12. Mai 2010 · 4 comments

Musikempfehlung zwischendurch: Sophie Hunger. Schweizer Sängerin, hübsche Musik, interessante Persönlichkeit. Und mittlerweile singt sie sogar in einer Sprache, die man verstehen kann.

Ahem.

Für Leute, die mehr über die Dame erfahren wollen würden, bei Youtube gibt’s einen (eher oberflächlichen) Beitrag aus “titel thesen temperamente”:

Oder auch ein eher etwas schräges Interview vom Schweizer Radio:

[Anregung vom Artlog]

Die Schweiz und kein Krieg

by Gunnar on 20. Januar 2010 · 25 comments

Ich bin ein bisschen Schweiz-affin, immerhin ist mein großartiger Bruder Schweizer und meine Mutter irgendwie auch. Mit so einem familiären Blick betrachtet man die schrulligen Eigenarten anderer Länder ein Stück wohlwollender, vermutlich würde es helfen, wenn wir alle mehr Verwandte im Iran oder in Nordkorea hätten. Dann würde man denken, ach, die Atombombe, alles nicht so schlimm, sind ja trotzdem nette Leute, die gerne Halma spielen. Oder so.

schweizerarmeeFrüher hat mir mein Schweizer Stiefvater nicht etwa alles über die herrliche Landschaft und die schönen Hotels der Schweiz erzählt, worauf die meisten Schweizer ja recht stolz sind. Nein, er hat mir gerne die "wehrhafte Schweiz" vorgeführt, hat mir gezeigt, wo die Panzersperren durch die Täler verliefen, hat auf die Berge gedeutet, in deren schroffen Wänden sich schwach die Tore der Kavernen der Armee abzeichneten, die dort Material lagerte, hat mich stolz auf die Bunker aufmerksam gemacht, deren schmale Fensterschlitze sich gegenüber lagen, um sich gegenseitig Feuerschutz geben zu können, hat mich in den vollausgerüsteten Atomschutzkeller geführt, mit dem jedes Schweizer Haus ausgestattet ist.

Falls mal die Russen kommen. Oder die Ösis.

Das klingt für deutsche Ohren alles reichlich bizarr, aber ich erfinde nichts. Wer mir nicht glaubt, möge dieses Buch eines Schweizer Majors lesen, es heißt Der totale Widerstand. Eine Kleinkriegsanleitung für jedermann und beschreibt ausführlich, wie man als Schweizer nach dem Einmarsch des Feindes und der zu erwartenden Niederlage der Schweizer Armee Widerstand zu leisten hat. Sehr aufschlussreich. Und erstaunlich konkret. Ich zitiere:

Erfahrungsgemäss setzt erfolgreiche Kleinkriegsbekämpfung eine mehrfache zahlenmässige Überlegenheit an Infanterie voraus. Ferner hat nur gute Infanterie auf die Dauer Erfolg. Diese zahlenmässig starke Infanterie kann auch durch noch so grosszügigen Einsatz modernster schwerer Mittel (Panzer Flugzeuge) nicht ersetzt werden, denn im Kleinkrieg vermögen Maschinen den Menschen am wenigsten zu ersetzen.kleinkrieg Wenn wir nur 30.000 Mann Kleinkriegstruppen aufzustellen, beziehungsweise nach der Niederlage im grossen Krieg beizubehalten vermögen (nicht einmal 10 % der Armee!) ist der Gegner gezwungen, dauernd mindestens 100.000 bis 150.000 Mann (gleich 8-12 Divisionen) im Lande zu belassen, um den Kleinkrieg nur einigermassen niederzuhalten. Grobe Erfahrungszahlen: Pro Quadratkilometer besetztes Gebiet 2 Mann Besetzungsmilitär. Für Kleinkriegsbekämpfung (Säuberung): Fünffache Obermacht an «Menschen» Voraussetzung! Da nicht nur die Schweiz besetzt sein wird, benötigt der Gegner anderswo noch viel mehr Okkupationstruppen. Weil er gleichzeitig noch mit einer Weltmacht im Kampfe liegt, sind unsere Chancen, im Kleinkrieg bestehen zu können, gar nicht so schlecht, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag.

Wir wollen sein ein einig Volk von Kriegern. Don’t fuck with the Swiss, I say.

Donnerstagslinks

by Gunnar on 22. Januar 2009 · 9 comments

SITE: CNN und Microsoft dokumentieren mit Photosyth sehr hübsch die Inauguration Obamas. ###

VIDEO: Ärzteverarschung — ein Schauspieler gibt sich als Pharmareferent aus und versucht, Ärzten eine Wunderpille anzudrehen. ###

VIDEO: Die Stars Wars-Filme, nacherzählt von jemandem, der sie nicht gesehen hat. Nur so aus dem Popkulturwissen. ###

BLOG: Man kann sich den Namen dieses Blogs nicht merken, aber es ist sehr lesbar. Beschäftigt sich mit Medien und sowas. In der Schweiz. Möglicherweise von ist es von Schweizern. ###

BILDER: Fotografen fotografieren Fotografen. Meist bekloppte Fotografen. ###

TEXT: Ein Kommentar zu diesem neuen Basicsinking oder wie das heißt. ###

TEXT: Was Polemisches zur Finanzkrise: The World is overbanked. ###

TEXT: Ein Wissenschaftler aus Texas zerreißt die Studien in der Luft, die Zusammenhänge zwischen Spielen und Schulamokläufen gefunden haben wollen. ###

GAME: Bei Ice Breaker rettet man Wikinger. Aus dem Eis. Mit der Maus. Und irgendwie Physik. ###

GAME: Am Ende des Levels ist ein Boss, den du nicht verletzten kannst. Außer wenn Du das Seil verbrennst! ###

Nochwas: Ich wollte diesmal zur Jahreswende eigentlich alle möglichen Prognosen dokumentieren, um dann in einem Jahr hämisch deren Nichteintreffen kommentieren zu können. Hab’s aber natürlich versäumt. Egal, hier wenigstens ein Link zu 14 Vorhersagen zum Hype-Thema Social Media.
Und als Bonus noch die drei Mega-Internet-Trends 2009 according to Nico Lumma.

Nochwas (was aber gar nix mit den anderen Sachen zu tun hat): Ich habe neulich bei einer dieser neuen Einkaufs-Communities namens Pauldirekt.de ein günstiges Produkt erworben. Und bezahlt. Und dann wochenlang das Produkt nicht erhalten, ohne eine Nachricht oder sonstwas, was man mit diesen modernen Kommunikationsmitteln zur Kundenpflege hätte erreichen können. Dann habe ich’s per Mail storniert, das hat zwar auch keine wie immer geartete Nachricht ausgelöst (nicht mal ein “Danke für Ihre Mail, ich bin aber nur ein Roboter”), das Storno scheint aber funktioniert zu haben. Schwaches Bild, aber als Servicekatastrophe natürlich nicht vergleichbar mit dem Gebaren von, sagen wir, der Deutschen Telekom. Warum erzähle ich das dann überhaupt? Ach, eigentlich nicht euch, nur dem Google-Bot — das ist die Rache des Kleinkonsumenten, ich schreibe das hier mal hin, damit, falls jemand nach “Erfahrungen mit Pauldirekt” googelt, er was zum finden hat.