Serien

TV-Serientipps, mit Ordnung diesmal

by Gunnar on 3. August 2010 · 28 comments

Herr Kaliban hat die Hinweise auf gelungene TV-Serien, die die geschätzten Mitlesenden neulich so reichlich gegeben haben, mal in eine lesbare Form gebracht.

Dies ist die Top 20 der Kaliban-Freunde hier und auf Facebook:

1. Dexter | [13 Punkte] | Blutspritzeranalyse

2. Breaking Bad | [9,5 Punkte] | Waschanlagenchemielehrer

2. How I met your mother | [9,5 Punkte] | Lebensgeschichten

4. Boston Legal | [8,5 Punkte] | Anwaltskanzlei

4. Califonication |[8,5 Punkte] | Sex And The City für Männer

6. Battlestar Galactica | [8 Punkte] | Sci-Fi-Komplex

6. Firefly | [8 Punkte] | Weltraumwestern

6. The Wire | [8 Punkte] | Abhörtaktik

9. The Sopranos | [7 Punkte] | Mafialeben

10. Rome | [6,5 Punkte] | Reichsuntergang

11. Scrubs | [6 Punkte] | Krankenhauscomedy

12. Burn Notice | [5,5 Punkte] | Geheimdienst

12. My name is Earl | [5,5 Punkte] | Kleinkriminellenkarma

12. True Blood | [5,5 Punkte] | Sookie-Stackhouse

15. The Big Bang Theory | [5 Punkte] | Nerds

15. Coupling | [5 Punkte] | Mittdreißigeralltag

15. Mad Men | [5 Punkte] | Werbeagentur

15. Torchwood | [5 Punkte] | Auflerirdischenüberwachung

19. Deadwood | [4,5 Punkte] | Goldsuche

20. Life on Mars | [4,5 Punkte] | Polizeiserie

Tipp: Es gibt, für Leute, die Geld ausgeben wollen, diese Hitparade auch als Amazon-Liste.

Soviel zur Demokratie. Und dann wären da noch die Exoten:

Skarnickel* und Sinngh* schlagen Top Gear vor, allerdings nur auf Englisch, ein, uh, Entertainment-Automagazin. nuts muc* findet Green Wing unglaublich, eine Krankenhausserie, die anders ist als alles andere in dem ausgelutschten Genre. Ellenn* wurde der Psychologenserie In Treatment schier umgehauen, sagt er. Die Frau von Herrn Kaliban sekundiert. Dagobert* wirft noch Becker in den Ring, eine hierzulande unbekannte Serie um einen griesgrämigen Arzt aus der Bronx. Markus* ist fassunglos, dass niemand Rescue Me empfiehlt, ein Charakterdrama über Feuerwehrleute in der Zeit nach “9/11″. Und dann haben wir noch Kasimir*, für den United States of Tara noch in der Liste fehlt.

Und Herr Kaliban kann nicht glauben, dass es die IT-Crowd nicht in die besten 20 geschafft hat. Lag auf Platz 29. Insgesamt wurden übrigens knapp 120 unterschiedliche Serien genannt, wer an der kompletten Liste interessiert ist, kann ja mal Laut geben. Im übrigen vielen Dank euch allen. Ihr steht alle in meinem Buch der coolen Leute, auch die, die mir missliebige Serien empfohlen haben.

Und hier nochmal zum Gegencheck die Top 10 von Herrn Kaliban himself, die allerdings schon ein bisschen veraltet ist, weil beim Herr K. die Goldkindtm-Pflichten mit TV-Konsum kollidieren.

1. Six Feet Under
2. Futurama
3. Coupling
4. Firefly *
5. Battlestar Galactica *
6. Dr. Who *
7. Cracker *
8. Deadwood
9. IT-Crowd
10. Rome *

Empfehlungen für gute Serien

by Gunnar on 26. Juli 2010 · 93 comments

Herrn Kaliban hat heute morgen seine falschen Freunde auf Facebook gefragt, welche Serie er als nächstes angucken soll. Hier sind ein paar der Antworten, vielleicht fühlt der eine oder andere Mitlesende inspiriert.

UPDATE, 3.8.10: Aus den von euch in den Kommentaren genannten Seriennennungen habe ich eine gloriose Top 20 gemacht. Klickst du hier!

Die folgenden Serien wurden von mindestens drei Leuten empfohlen: Breaking Bad, Boston Legal, Dexter, Big Bang Theory, My Name is Earl, Gilmore Girls, Mad Men, Fringe, Life on Mars, Torchwood. Sind also vermutlich einigermaßen konsensfähig.

How I met your mother, Sopranos und Coupling wurden je zweimal genannt, dazu kommen Einzelnennungen für Firefly, Battlestar Galactica, Flashforward, The Wire, Oz, Deadwood, Heroes, Glee, Sons of Anarchy, Doctor Who, House, Eureka, Community, Better off Ted, West Wing, Hustle, Veronica Mars, Burn Notice, Californication, Rome, Bones, The Tudors, Monk, Flight of the Concords und Reaper.

True Blood kommt auf zwei Empfehlungen, davon wurde allerdings auch zweimal abgeraten, einmal mit dem Hinweis, das sei “Eine Art Teenie-Vampire-Scheiße gepaart mit Laß jucken Kumpel IV“. Huh.

Wer sekundieren oder was Zusätzliches vorschlagen möchte, möge sich in der Kommentarsektion verewigen.

Ich werde jetzt wohl erstmal in der Reihenfolge Breaking Bad, Life on Mars, Fringe vorgehen.

Nachtrag: Weil’s in den Kommentaren jemand gefragt hat, gibt’s hier eine kleine Liste meiner Lieblingsserien der jüngeren Vergangenheit, quasi eine Top 10, aber ob ich die Reihenfolge morgen noch so machen würde, weiß ich nicht:

1. Six Feet Under
2. Futurama
3. Coupling
4. Firefly *
5. Battlestar Galactica *
6. Dr. Who *
7. Cracker *
8. Deadwood
9. IT-Crowd
10. Rome *

Jaja, sind alle schon älter, aber ich frage ja deswegen, weil ich derzeit ein bisschen raus bin.

Nachtrag II: Habe gestern auf Empfehlung einer Kollegin* die erste Folge der BBC-Mini-Serie Sherlock geschaut und muss sagen: sensationell. Ist eine sehr moderne Sherlock Holmes-Neuauflage, geschrieben von Stephen Moffat (Coupling, Dr. Who). Staffel 1 hat nur drei Folgen (von denen erst eine gesendet ist), die sind dafür alle in Spielfilmlänge. Man kann sich die erste Folge hier in voller Länge angucken, falls man im BBC-Sendegebiet wohnt. Oder, ahem, wenigstens überzeugend so tut.

Blut und Sperma im Alten Rom

by Gunnar on 15. August 2006 · 13 comments

Herr Kaliban hat’s gern blutig. Oder so.

Zunächst zu dem, was jeden interessiert: Wir hätten, nun, nackte Penisse schwarzer Sklaven, freiwilligen und unfreiwilligen Sex vor Publikum, obszöne Wandkritzeleien, Masturbation.
Ach, und Gewalt: durchgeschnittene Kehlen, verreckende Soldaten, unbehandelte Verletzungen, Schwertkämpfe, abgeschnittene Daumen, Blut, Blut, Blut überall.
Wenn man über das etwas arg offensichtliche Baden in Blut und Sperma hinweg sehen kann, ist die HBO-Serie Rome im Ben-Hur-Genre ein bisschen das, was die Serie Deadwood für den Western ist: ein einigermaßen ambitionierter Versuch, einige Geschichten in einem durch allerlei Medienerzeugnisse bereits schlimm trivialisierten Setting zu erzählen. Wo Deadwood aber den Fokus auf ein überschaubares Szenario legt, die Pionierstadt Deadwood eben, zieht Rome weiter auf und wählt sich direkt Caesar als eine der Hauptfiguren, was gleichzeitig Stärke und Schwäche ist. Einerseits bekommt man durch ihn Zugang zu einer spannenden historischen Figur und den Intrigen des Senats, andererseits ist bei ihm eine Portion Klischee kaum vermeidbar. Egal.

Wo war ich? Also, mal abseits von Gaius Julius sind die tragenden Charaktere zwei Soldaten, der lebenslustige Grobian Pullo und sein Stock-im-Arsch-Vorgesetzter Vorenus, die sich im Laufe der Handlung sehr hübsch von Abziehbildern zu nachvollziehbaren Menschen entwickeln. Mit den Problemen, die man eben so als Serienheld hat: Beziehungen, Ehre, Fremdbestimmung, Suche nach dem eigenen Lebensglück. Fängt alles ein bisschen mau an, man fragt sich, wohin die Serie will, aber so um Folge 4 oder 5 kommt dann alles auf Touren, die Ereignisse überschlagen sich, die Figuren erwachen zum Leben. Rome erreicht nicht das Niveau von Six Feet Under, Cracker oder Deadwood, macht aber viel Spaß für Freunde historischer Stoffe, auch und gerade wegen des tollen Sounds der englischen Tonspur und des hohen visuellen Niveaus. Dem offiziellen PR-Gewäsch nach ist Rome mit 100 Millionen Dollar Kosten die bislang teuerste Fernsehproduktion überhaupt. Was man nicht unbedingt in jeder Schlacht, wohl aber in den eher normalen Szenen sieht, wenn sich die Handlung in Straßen, Gassen, Häusern abspielt. Schauspielerischer Höhepunkt ist Ciarán Hinds, der einen angemessen arroganten Caesar gibt. Und Polly Walker als Atia.

Kann man übrigens, günstig gebraucht, bei Amazon kaufen. Die UK-Fassung enthält eine deutsche Tonspur.

Cracker

by Gunnar on 13. März 2006 · 14 comments

Herr Kaliban mag englische Serien eigentlich lieber als amerikanische.

Heutzutage regieren die US-Netzwerke mit teuren Eigenproduktionen (CSI, Six Feet Under, 24 et cetera) den Markt für Fernsehserien — und das nicht ganz zu unrecht. Hoher Produktionsaufwand, gute Drehbücher, Themenvielfalt; vieles, was aus Europa kommt, sieht daneben amateurhaft aus. Das war nicht immer so, vor allem aus Großbritannien kam früher Großartiges. Womit wir beim Thema wären: 1993 startete ITV die Serie Cracker, ein Krimidrama um den Polizeipsychologen Fitz. Man kann die Serie nicht genug loben: glaubhafte Dialoge, ein überzeugender Antiheld (gespielt von Robbie Coltrane, jüngeren Kinogängern eher aus den Harry-Potter-Filmen bekannt), authentische Settings — trotz aktueller Konkurrenz meiner Ansicht nach eine der besten Produktionen, die je fürs Fernsehen gedreht wurden. Im Mittelpunkt stehen nicht die Verbrechen an sich oder die Polizeiarbeit, sondern, besonders im Verlauf der Serie, die Charaktere und ihre Reaktionen auf die Abgründe, mit denen sie konfrontiert werden. Die Grenzen zwischen Guten und Bösen verschwimmen, fragwürdige Entscheidungen werden getroffen, mehr als einmal wird ein Polizist zum Verbrecher. Sehenswert.
Aber warum erzähle ich das alles? Weil sich endlich eine Firma erbarmt hat und die Serie (die hierzulande Für alle Fälle Fitz heißt) in Deutschland auf DVD herausbringt, Staffel 1 ist soeben erschienen. Wer sich ansatzweise für das Thema interessiert, möge kaufen, borgen oder leihen. Lohnt sich. Obwohl (oder gerade weil) das Erzähltempo ein bisschen langsamer ist, als man das von aktueller US-Ware kennt.

Kann man übrigens als Komplettedition bei Amazon kaufen.