Shoppen

Ein einzelner Gedanke zum Älterwerden

by Gunnar on 24. Februar 2010 · 18 comments

Ein ausgesprochen egoperspektivischer Beitrag des Herrn Kaliban, in welchem er weitschweifig ein nichtiges Problem aus seinem Leben schildert.

Jetzt sind meine Lieblingsschuhe kaputt. Schlimm. Als ich sie mit 35 gekauft habe, konnte ich ja nicht ahnen, dass in der zweiten Hälfte der Dreißiger mein Geschmack erstarren würde und ich mir schon bald wünschen würde, ich hätte gleich mehrere Paare davon in Reserve erworben. Ein Gedanke übrigens, den zu haben ich mir im Alter von 20 nicht hätte vorstellen können. Ist auch offenbar ein Altherrenphänomen — meine Frau findet diesen Wunsch nachgerade bizarr.

Aber hey, jetzt gibt es die Schuhe natürlich in dieser speziellen Form nicht mehr. Nur noch so neumodisches Zeug, dem wieder einmal die schlichte Eleganz der früheren Serie fehlt. Eine gezielte Bosheit des betreffenden Schuhfabrikanten gegenüber dem älteren Drittel seiner Zielgruppe, vermutlich, mit der er deutlich machen will, dass man gefälligst mit der Mode zu gehen, seine Schuhe einmal im Jahr durchzulatschen und überhaupt viel mehr in Entwicklungsländer hergestellte Fußbekleidung zu kaufen habe.

Das ganze ist ein perfider Trick, wie bei den Verbrechern von Ikea, die eine völlig okaye schlichte Gläserserie ausgerechnet zwei Tage vor dem Termin absetzen, an dem unser Vorrat von 8 (Idealausstattung) über 4 (Minimalvorrat) auf 3 sinkt und wir gerne 3 Stück nachkaufen würden. Pustekuchen, natürlich. Jetzt gibt’s dann eine neue Serie, von der wir dann gleich wieder 8 (oder diesmal besser 10) kaufen.

Ach, die Bosheit der Welt.

Einkaufen! Mit Frauen!

by Gunnar on 14. Oktober 2009 · 23 comments

Also, manchmal muss meine Frau, die’s auch nicht leicht hat mit dem Goldkindtm und so, ein bisschen Dampf ablassen. Dann geht sie einkaufen. Und ich muss mit.

Wir stürmen in die Stadt, entern Laden 1 von der zweistelligen Liste. Methodisch arbeiten wir uns von unten nach oben hoch, Stockwerk für Stockwerk, Regal für Regal. Wobei das Wort “wir” ein bisschen unexakt ist — meine Frau prüft jedes Ausstellungsstück händisch auf Kaufbarkeit, während das Goldkind und ich nach so 35 Nanosekunden die Lust verlieren und lieber ein bisschen auf der Kaufhausetage umherstreifen. Dabei driften wir in die Nähe der Männersachen, mein Brieftaschenextraktionsalarm klingelt vorsorglich, aber ich bin grundsätzlich immun gegen Kauflust, wenn meine Frau dabei ist. Ich bin einer der letzten Alleinkäufer, Lordsiegelbewahrer des bröckligen Restes männlicher Automonie, der in dieser Gesellschaft noch möglich ist. Wenn ich schon öffentliches Sackkratzen, abendlichen Dosenbierkonsum und Metal-Mitgröhlen beim Frühstück als Dispositionsmasse dem Konzept Ehe opfern musste, will ich wenigstens eigenständig und unbeeinflusst entscheiden, womit ich mich in der Öffentlichkeit lächerlich mache.

Kann's ja hinterher wieder umtauschen, wenn's ihr nicht gefällt. Ahem.

Aber weiter — mit halbem Ohr belausche ich im Vorbeigehen zwei Pärchen, ich bin Journalist, müssen Sie wissen, und immer am Menschlichen interessiert.

Mitgehörtes Gespräch Nr. 1:
Mann: "Ich probiere die Hose nur schnell an."
Frau: "Bist du sicher, das du nicht eher so 'ne ausgewaschene willst?"
Mann: "Nein. Ich will die hier."
Frau: "Was ist mit der hier? Ist auch gut."
Mann: „Nein. Ich will die hier.“
Frau: "Aber…"
Mann: (verschwindet in der Umkleide, kommt nach vier Minuten wieder raus, kauft die Hose)
Frau: (schaut verständnislos)

Mitgehörtes Gespräch Nr. 2:
Mann: "Hm. Die Jacke oder die?"
Frau: "Das kann ich nicht für dich entscheiden. Ich sage nur, die da passt zu deinen restlichen Klamotten."
Mann: "Hm."
Frau: "Ich gehe jetzt in die Damenabteilung."
Mann: "Äh. Halt. Wegen der Jacke…"

Meine Vorurteile bestätigen sich: Männer sind entweder wie ich Typ 1, also total zielstrebig und zackzack – was, zugegeben, in ganz seltenen Fällen zu dunkelblauen Fehlkäufen oder jahrzehntelanger Markentreue ("Ich kaufe nur Schuhe von Mephisto, die stehen mir immer") führt. Oder, Typ 2, irgendwie zu lange unter Mutters Fittichen gewesen und deshalb dauerhaft geschmacksunsicher. Das sind dann die Typen, die ausschließlich von Frauen eingekleidet werden. Wobei es von einkleidenden Frauen auch wieder zwei Typen gibt. Typ 1 staffiert den Kerl aus wie ein Model, damit andere Frauen Herzattacken vor Neid bekommen. Typ 2 hingegen achtet streng darauf, den Mann so anzuziehen, dass er von anderen Frauen für einen kompletten Dorftrottel gehalten wird. Um die Möglichkeit eines Ehebruchs gleichsam im Keim zu ersticken.

Jaja, Women are from Omicron Persei 7, men are from Omicron Persei 9 (*).

Apple ist eben ein bisschen teurer

by Gunnar on 5. Mai 2009 · 12 comments

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