SPD

Nun, der Steinbrück, was soll man sagen

by Gunnar on 7. Januar 2013 · 22 comments

Der geschätzte Herr Lumma, SPD-Mitglied zwar, aber sonst ganz brauchbar, machte sich heute auf seinem Blog Luft über die “Kampagne” gegen Peer Steinbrück. Ein Auszug:

Peer Steinbrück hat nach einer langen Karriere in der Politik seine Bekanntheit genutzt, um Geld zu verdienen, während er als Abgeordneter im Bundestag sitzt. Ja, und? Journalisten verdienen sich Geld mit dem Schreiben von Reden für andere Leute, mit der Moderation von Firmen-Events oder mit Fernsehwerbung. TV-Moderatoren haben oftmals ihre eigene Produktionsfirma und verdienen fröhlich am öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit. […]

Wenn ein Politiker, noch dazu von der SPD, die ja nicht mit Geld umgehen können, glaubt man dem Diktum von Otto Graf Lambsdorff, seine Bekanntheit nutzt, um mit dem Verkünden seiner Ansichten Geld zu verdienen, dann ist das verwerflichst und wird von dem Berufskommentatoren dieser Republik ungefähr auf eine Stufe mit dem Verkaufen des Erstgeborenen in die Sklaverei gestellt.

[…]

Man kann überall lesen, dass sich die Menschen in diesem Lande, da draußen, wie es immer so schön heisst, sich nach Typen sehnen, die unabhängig sind, die eine eigene Meinung vertreten, die nicht führungstreue Parteisoldaten sind. Allerdings erleben wir auch immer wieder, dass die unabhängigen Köpfe entweder irgendwann eingenordet werden und sich strikt der Parteilinie unterordnen, oder aus der aktiven Politik verabschieden. Peer Steinbrück beharrt auf seiner Beinfreiheit, was wiederum zu Kritik führt, denn eine derartige Unabhängigkeit wirkt irgendwie suspekt. Ja, was denn nun?

Ich will darauf gar nicht im Detail eingehen, man könnte einiges zu der Problematik sagen, dass der Vergleich zwischen Politikern und Moderatoren auf zwei Beinen hinkt oder dazu, dass es bei Steinbrück möglicherweise nicht um das Einebnen eines unbequemen Denkers geht, sondern vielleicht auch darum, einen Kandidaten für das wichtigste politische Amt auf seine moralische und fachliche Eignung zu untersuchen. Aber wurscht, mir geht’s um was anderes:

Ich bin da ganz einfach gestrickt. Ich möchte bei Politikern das Gefühl haben, dass sie nicht Wasser predigen und Wein trinken. Ich möchte, dass sie ein bisschen Demut empfinden, wenn sie ein gut dotiertes Amt vom Volk anvertraut bekommen. Ich möchte, dass sie nicht ausschließlich das eigene Ego oder den Wahlkampf im Auge haben, sondern sich bewusst sind, dass sie da sind, wo sie sind, um eine Funktion zu erfüllen.

Bei Peer Steinbrück* habe ich, sorry, dieses Gefühl nicht. Ich bin der altmodischen Meinung, dass man, wenn man Abgeordnetenbezüge bezieht, gefälligst zu den Sitzungen geht. Und dass der Abgeordneten-Job der Schwerpunkt des eigenen Berufslebens sein sollte. Und dass man sich nicht allzu weit vom Volk entfernen sollte, wenn man dessen Belange vertreten will. Ein Millioneneinkommen ist nicht verwerflich, hilft aber auch nicht, die Nöte der Leute zu verstehen, die Straßenbahn fahren. Wem es gefällt, als gut bezahlter Pausenclown auf Firmenveranstaltungen aufzutreten, der ist vielleicht nicht gut beraten, sich auf ein Amt einzulassen, bei dem es um mehr geht als den eigenen Ruhm, Geld und freundliches Schulterklopfen.

* Das geht mir nicht nur mit Steinbrück so, natürlich.

Nur ein paar ungeordnete Gedanken zu den Ergebnissen der gestrigen Landtagswahl.

CDU: Erstaunlich, wie krass offenbar die Grabenkämpfe in einer nach außen hin relativ geschlossenen Partei ausfallen können. Da ist es dem geheimnisvollen Verräter, der die Medien mit internen Details zu Rüttger’schen Verfehlungen gefüttert hat, wirklich gelungen, den Vorsitzenden in der entscheidenden Phase des Wahlkampfs wie einen Deppen aussehen zu lassen. Wow. Naja, das Bundesgemerkel hat der NRW-CDU auch nicht geholfen, nehme ich an. Vermutlich geht’s den Westfalen wie mir: Vor den letzten Wahlen dachte ich schon, ach, meinetwegen soll Schwarzgelb doch gewinnen, viel schlimmer kann’s nicht mehr kommen. Es kam dann aber doch viel schlimmer, was mich sehr angenehm in meiner linksliberalen Identität bestärkt hat. Und dann geht man doch wieder zur Wahl — und wenn es nur ist, um mehr Westerwelle zu verhindern.

SPD: Die SPD fällt erstmals seit 1958 klar unter drei Millionen Zweitstimmen und holt das schlechteste NRW-Ergebnis seit 50 Jahren. Totales Desaster, Chaos, Schuldzuweisungen, die Spitzenkandidatin bietet ihren Rücktritt an. Doch halt: Die feiern ja? Offenbar ist die SPD in der Eigenwahrnehmung heutzutage schon Wahlsieger, wenn sie nicht komplett zertreten wird, sondern die Tür zur großen Koalition offenhalten kann. Seufz. Und hey, dass mit dem Zu-früh-freuen, das hatten wir doch schon bei Stoiber und bei Ypsilanti, das sieht immer doof aus. Warum lernen die Leute denn nicht dazu und sind erstmal vorsichtig, solange die Prognosen noch schwanken?

FDP: Tja. Stagnation auf dem Kernwählerschaftsniveau (6.000 Apotheker, 30.000 Anwälte, 70.000 Ärzte plus Angehörige und Angestellte und Verwirrte: 522.437 Wähler). Ein paar Stimmen gewonnen. Immerhin. Aber ohne Leihstimmen von der CDU ist die FDP eben nun mal nur für den Sprung über die 5kommanull gut, mehr nicht. Wenigstens kann die FDP in NRW behaupten, es habe an ihr nicht gelegen.

DIE LINKE: Jetzt sind sie drin, obwohl selbst die eigene Partei den NRW-Landesverband für einen Haufen Wirrköpfe hält. Offenbar gehört die LINKE jetzt zum Establishment und kann auf eine Stammwählerschaft vertrauen, auch im Westen. Irgendwann wird man sie mal an einer Regierung beteiligen müssen, nur, um zu sehen wie sich das anfühlt.

DIE GRÜNEN: Zugewinne jaja, ewiges Rekordergebnis oho, aber am Ende ist es vermutlich wieder nur die Opposition. Weil nämlich die Linke auch noch da ist, können die Grünen die SPD nicht so blutleer saugen, wie das die FDP bei der CDU tut. Nichtsdestotrotz sind die Bündnisgrünen für sich genommen eine erfolgreiche Partei, die auch von der wild faselnden Claudia Roth nicht kaputtzukriegen ist, allerdings bleiben sie auf lange Sicht ohne bundesweite Machtoption mangels Koalitionspartner. Eigentlich können sie nur hoffen, dass sie irgendwann allein über 25 Prozent kommen — Juniorpartner bei Rot-Rot zu werden dürfte einer zumindest ansatzweise fortschrittlich und liberal orientierten Mannschaft keinen Spaß machen und von der großstädtischen Manufactumbiokäuferklientel nicht gern gesehen sein. Und die CDU als Partner… ach, wir haben doch in Hamburg gesehen, wie das läuft.

PIRATEN: So. Aha. Hier steht die Piratenpartei: bei 1.5 Prozent. Das ist nicht schlecht, aber auch nicht das, was man sich der Euphorie von 2009 so gedacht hätte. Wenn da jetzt nicht was Großes passiert, vielleicht automatische Übergabe der persönlichen Steuerdaten an Facebook durch die Finanzämter, wird das wohl auch so bleiben.

Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!

by Gunnar on 2. Oktober 2009 · 24 comments

Wenn man auch nur einen Hauch Mitleid mit der Sache der historisch verdienstvollen Sozialdemokratie hat, ist die aktuelle Diskussion in der SPD unerträglich, weil sie sich — wie nach jeder verlorenen Wahl der letzten Jahre — mal wieder um alles dreht, nur eben nicht um die wirklichen Ursachen der Niederlage.

Könnte dazu viel sagen. Könnte aber auch einfach nur Felix, Nico und Chris zitieren:

[…]plakatspd die SPD scheint nach elf jahren öffentlichem und exessiven wein-konsums zu glauben, dass die menschen davon zu überzeugen seien, die SPD stünde nicht für wein, sondern für wasser, weil sie das ein paar wochen lang im wahlkampf wiederholt behauptet […] (sagt Felix); […] Früher ist die SPD mit den Menschen gegen den Krieg auf die Straße gegangen, heute steht die SPD auf der anderen Seite.[…] (schreibt Chris); […] Steinmeier ist sicherlich für viele Positionen geeignet, aber weder für die des Oppositionsführers und erst recht nicht für den Parteivorsitz.[…] (schimpft Nico)

Ich will aber gar nicht kritisieren, sondern mal ausnahmsweise konstruktiv sein und schlage vor, dass die Partei das Personalproblem durch gezielte Planung löst. In der Wirtschaft baut man den Führungskräftenachwuchs schließlich auch methodisch auf.

Die Analyse ist einfach: Die SPD offenbart, bei der Besetzung ihrer Führungspositionen und auch sonst, ein strukturelles Defizit — eine Partei mit einer solche Tradition braucht Emotionen. Links ist eben da, wo das Herz sitzt. Wer aber soll die großen Gefühle transportieren? Sigmar Gabriel, der nichts mehr ähnelt als einem bunten Luftballon? Ein Spießbürger wie Kurt Beck, der Kohl der SPD — bärtig, bärig, funktionärig? Frank-Walter Steinmeier, der Prototyp des arroganten Beamten? Die nervtötende Nahles, die nun wirklich niemand leiden kann? Nonsense. Also muss ein Masterplan her. Die Partei braucht einen neuen Brandt. Und da der nicht in Sicht ist, muss er erschaffen werden.

Ich stelle mir das so vor: Ein Gremium von hochrangigen Strippenziehern entwirft das Projekt “Willy 2017″. Dazu guckt man sich unter den Würdenträgern der Jusos einen aus, der schon ein kleines Amt hat, aber nicht zu kompromittiert durch die Macht ist. Dann, nun, Arbeiterbackground ist schon wichtig. Gute Ausbildung auch, aber nicht zu gut, das sieht nach Strebertum aus. Kann ruhig ein bisschen Außenseiter sein, sollte aber alle sozialdemokratischen Rituale drauf haben, Brüder zur Sonne und so. Anfang 30 wäre gut, dann hat er schon einige Flausen aus dem Kopf. Soll ruhig ein bisschen verwackelt rumlaufen, wuschelige Frisur zum Beispiel, weiter Mantel, nicht zu perfekt, nicht zu jugendlich. Braucht irgendeine Eigenart, etwas Markenzeichenhaftes, einen leichten Akzent zum Beispiel. Solides Norddeutsch vielleicht, das ist konsensfähig. Selbstverständlich darf und soll er sich spektakulär zu aktuellen Themen äußern, aber nicht einfach so — statt dessen füttert ihm die Parteispitze geheime Strategiepapiere und lässt ihn Dinge anstoßen, die man gerne angestoßen haben will. Erst er, dann springt Gabriel drauf, lobt den jungen Kollegen und führt die Sache aus. Natürlich kommt ein Life Coach zum Einsatz, Rhetoriktrainer, Typberatung et cetera. Ein eigener Stab direkt unter Gabriel sekundiert dem neuen Willy, bis jeder in der Partei und den angrenzenden Medien gecheckt hat, dass er das größte politische Talent der SPD seit Kurt Schumacher ist. Dann gibt man ihm irgendeinen zukunftstauglichen Sprecherposten und holt ihn in den Vorstand. Auf fiesen Druckposten wie Fraktionsvorsitz oder Generalsekretär darf man ihn nicht lassen, da verschleißt er sich bloß. Das müssen ihm Soldaten abnehmen.

Strengste Geheimhaltung ist natürlich vonnöten, aber, hey, die Sache kann nicht schiefgehen, wenn man einen einigermaßen präsentablen Typen und hellen Kopf erwischt.

Bundestagswahl 2009: keine Analyse

by Gunnar on 27. September 2009 · 38 comments

Nur ein paar ungeordnete Gedanken zu den Ergebnissen der heutigen Bundestagswahl.

CDU/CSU: Die CSU geht in den Keller, die CDU merkelt sich so hin — unter’m Strich bleibt das schlechteste Ergebnis seit 1949. Wobei das IMHO allerdings keine wirkliche strukturelle Schwäche ist: Im Grunde ist die Union auf dem Niveau von 1994, nur dass man sich eben entschlossen hat, der FDP 15 Prozent zu leihen anstatt 8. Aber das ist jetzt erst einmal vorbei: In einer schwarzgelben Koalition kann die CDU der FDP wieder die Luft abschnüren. Und trotzdem nebenbei den großen Lordsiegelbewahrer der sozialen Werte geben.

SPD: Sechs Millionen Zweitstimmen weniger als letztes Mal, wo’s auch schon nicht so super aussah. Darunter 1,8 Millionen Wähler, denen man direkt das Wählen insgesamt ausgetrieben hat, was sicher auch für die miserable Wahlbeteiligung mitverantwortlich war. Die SPD bekommt die Quittung für den Verrat an ihren Grundwerten, für ihren übermäßigen Pragmatismus, und ihre hilflose Personalpolitik. Und, ja, auch für einen Wahlkampf, in dem man versucht hat, gleichzeitig die eigene Regierungsarbeit zu loben und sich als wahre Opposition zu verkaufen. Vielleicht kann man jetzt endlich mal darüber nachdenken, ob man den richtigen Vorsitzenden und den richtigen Kandidaten am Start hat.

FDP: 1,2 Mio. Leihstimmen von der CDU, zusätzlich zu denen, die sie schon vorher hatten. Interessant zu sehen, wie sehr die CDU-Anhänger deutlich machen, dass auch sie die große Koalition satt haben. Westerwelle, zuweilen kritisiert für seine Nibelungentreue zur CDU, kann also gar nicht anders — ginge er in eine Ampel, vergraulte er mehr als zwei Drittel seiner Wähler. Vorerst. Ob es nicht auf lange Sicht besser wäre, wenn die FDP flexibler wäre, das weiß nur der Wind. Leihstimmen hin oder her, Westerwelle hat die Wahl gewonnen, jetzt schau’n mer mal, ob die Herren Apotheker wirklich Bildung und Bürgerrechte verteidigen.

lafo2DIE LINKE: In Europa wechseln die Regierungen traditionell von eher sozialdemokratisch zu eher christdemokratisch. Und zurück. Immer wieder. Dabei wirkt eine typische Dynamik: Die »Rechten« bedienen, wenn sie dran sind, ihre Freunde in der Wirtschaft, folgen dem “Wachstum ist alles”-Credo und drehen ein paar gesellschaftliche Werte in Richtung Polizeistaat. Irgendwann wird die Bevölkerung ihrer müde und wählt sie ab. Die »Linken« übernehmen einen wirtschaftlich einigermaßen intakten Staat, bereinigen die schlimmsten Ungerechtigkeiten, bedienen ihre Freunde in den Gewerkschaften und den Wohlfahrtsorganisationen und verteilen ein paar Geschenke. Bis sie wieder abgewählt werden. Doch ist in Deutschland alles anders: Die SPD hat 1998 von der CDU einen Staat im Abschwung und mit Reformstau geerbt und musste, ganz gegen ihre Tradition, selber für die schmerzhaften Reformen sorgen — was man ihnen tendenziell mehr übel nimmt als dem anderen Lager. Und prompt haben wir die größte Krise der Sozialdemokratie seit der Gründung der USPD. Und eine Partei links von der SPD mit über zwölf Prozent. Küchenanalyse, klar, aber hey, an Bordell-Oskar kann’s doch wohl nicht liegen.

DIE GRÜNEN: Zugewinne jaja, ewiges Rekordergebnis oho, aber am Ende ist es nur die Opposition und Platz 5 der Bundestagsparteien. Weil nämlich die Linke auch noch da ist, können die Grünen die SPD nicht so blutleer saugen, wie das die FDP bei der CDU tut. Nichtsdestotrotz sind die Bündnisgrünen für sich genommen eine erfolgreiche Partei, die auch von der wild faselnden Claudia Roth nicht kaputtzukriegen ist, allerdings bleiben sie auf lange Sicht ohne bundesweite Machtoption mangels Koalitionspartner. Eigentlich können sie nur hoffen, dass sie irgendwann allein über 25 Prozent kommen — Juniorpartner bei Rot-Rot zu werden dürfte einer zumindest ansatzweise fortschrittlich und liberal orientierten Mannschaft keinen Spaß machen und von der großstädtischen Manufactumbiokäuferklientel nicht gern gesehen sein.

PIRATEN: Trotz letzter Unstimmigkeiten (der kinderpornoverdächtige Tauss im Allgemeinen, Popps jungfreiheitliche Interviews im Besonderen) schlagen die Piraten das Ergebnis der Grünen von deren erster Bundestagswahl (1980) glatt: 2,0 zu 1,5 Prozent. 845.904 Wählerstimmen insgesamt. Das sieht gut aus, allerdings hätte man, im Lichte der aktuellen Debatte um Zensursula und all den Schäuble-Irrsinn, auch mit drei Prozent rechnen können. Wir werden sehen, ob der orangeschwarze Schmetterling länger als einen Sommer flattert. Zu hoffen wäre es.

Wir wählen… die Atomkraft

by Gunnar on 11. September 2009 · 26 comments

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Jaja, weiß schon, dass das vermutlich SPD-Propaganda ist. Ist trotzdem hübsch gemacht.

Für Frauen kompetent

by Gunnar on 20. Juli 2009 · 27 comments

Ich weiß schon, ich soll mich nicht immer über Wahlplakate aufregen, aber hey… wer hat sich denn das hier ausgedacht? Erstens weiß man nicht, wer die Strobl und wer die Tausend ist, zweitens sehen sich die grinsenden Damen (zufällig?) so ähnlich, dass man denken muss, da habe vetternwirtschaftlich die Tante Bürgermeisterin ihre kleine Kusine nachgezogen, drittens ist der Slogan einerseits blöd und zweitens missverständlich — man könnte es auch als “Naja, die sind schon ganz kompetent, dafür dass sie Frauen sind” lesen.

So kommt man nicht in den Bundestag, Frau Tausend.

Claudia Tausend (SPD), Bundestagswahlkampf 2009

Claudia Tausend (SPD), Bundestagswahlkampf 2009

Sorry, wir hatten den Kopf anderswo

by Gunnar on 9. Juni 2009 · 28 comments

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Sorry for losing touch, sorry for being complacent, sorry for taking you for granted, sorry for being predicatable, sorry for being negative. Mit diesen Slogans entschuldigte sich die englische Tageszeitung Evening Standard in einer Anzeigenkampagne bei ihren Lesern für jahrelange schlechte Arbeit. Löblich. Die miserablen Auflagenzahlen und das mangelhafte Leserfeedback mögen beim Erkenntnisprozess geholfen haben.

Die deutsche SPD ist in einer ähnlichen Situation: Wählerschwund, Meinungshoheit verloren, Europawahl-Kampagne in den Sand gesetzt, Spitzenpersonal unbeliebt. Nicht angekettete Mitglieder laufen weg, die Hochburg Hessen hat man der CDU geschenkt, die Kernkompetenz verschludert, den bärtigen Kandidaten erst gekürt, dann unehrenhaft demontiert — die Wahlniederlage ist mehr als verdient. Das Gedächtnis des Wählers ist nicht ganz so kurz, wie man in Berlin immer meint. Aber beginnt jetzt eine Runde der Selbstkritik? Versucht man, Fehler zu identifizieren und abzustellen? Schaut man, in welchen Bereichen die Partei sich von der Klientel allzu sehr entfernt hat? Ach, Pustekuchen.

“Natürlich haben wir auch inhaltlich diskutiert. Aber wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir auf dem richtigen Weg sind” sagt Müntefering. Die Nahles spricht von Mobilisierungsproblemen, Stiegler faselt von “Irrenden in der Arbeitschaft”. In der Zentrale kursiert hinter vorgehaltener Hand die Einschätzung, die eigene Wählerschaft habe vielleicht die Bedeutung der Wahl nicht so ganz überrissen, im Gegensatz zur gebildeteren Grünen-Basis. Der Tenor: Programm, Personal, Politik, alles prima. Nur der Wähler checkt’s halt (noch) nicht.

Ehrlich, eine Entschuldigung nach dem Vorbild des Evening Standard stünde der SPD gut an.

Ich habe da mal was vorbereitet:

Entschuldigung SPD

Diesmal isses die SPD

by Gunnar on 7. Mai 2009 · 13 comments

Sachsen-Anhalts Justizministerin Angela Kolb (SPD) fordert ein schärferes Prüfverfahren für Computerspiele. […] Im vergangenen Jahr wurde für 3000 Computerspiele eine Zulassung beantragt. Die 50 Tester der USK haben dann für jedes Spiel fünf bis zehn Tage Zeit. “Bedenkt man, dass ein geübter Spieler 70 bis 100 Stunden an einem Computerspiel sitzt, so kann man sich vorstellen, dass den Testern gar nicht genügend Zeit für ein Spiel bleibt”, kritisierte Kolb. (Quelle: SpOn)

Oh. Wieder ein neuer Versuch, die USK zu diskreditieren. Und wieder mit falschen Informationen. Wer berät eigentlich diese komischen Politiker, bevor die mit irgendwelchem Unsinn an die Öffentlichkeit gehen, den ein 12jähriger Hauptschüler widerlegen kann?

Und dann wundern die sich, dass junge Leute nicht mehr wählen gehen.

Ich wähle diese Torte da

by Gunnar on 16. Februar 2009 · 4 comments

wer wahlt was bpd

Die Bundeszentrale für Politische Bildung hat ein paar Daten für Wählerpräferenzen und -zugehörigkeiten in Flash gegossen. Sieht gut aus, aber falls man mit den Daten in irgendeiner Form arbeiten wollte, Vergleichen erstellen und so, wäre es einigermaßen mühsam. Und unübersichtlich.

Aber was soll’s, ist nett zum Rumspielen. Hinklicken kann man ja mal.

Sonntagslinks

by Gunnar on 8. Februar 2009 · 8 comments

VIDEOS: Drüben bei AMC gibt’s erstaunlicherweise alle Folgen der ruhmreichen Serie The Prisoner (aus den 60ern) zum legal-kostenlos angucken. Bin aber nicht wirklich sicher, ob man, als Mensch der 00er, die schiere Langsamkeit der Serie noch ertragen kann. Da wird manchmal MEHRERE SEKUNDEN lang nicht geschnitten. ###

BILDER: Geeky Grafitti. Sensationell. Bei uns um die Ecke sprühen die immer nur ihre Namen an die Wand. Immortalise their ignorance with aerosol spray cans nannte die Band Skyclad das mal in einem Songtext. ###

BILDER: Wow! Videospielcover im Stile alter Bücher. So cool! ###

BILDER: Die schönsten Momente, die Google beim Fotografieren der Straßen Amerikas so aufgenommen hat. ###

BILDER: Ogottogott — 15 Tätowierungen mit Rechtschreibfehlern. ###

TEXT: Okay, jetzt wo wir den genauen Preis wissen, können wir ja eine Anleihe ausgeben und anfangen, den Todesstern zu bauen. ###

TEXT: SpOn berichtet sehr nett über einen Tennisverein in Berlin, der seine Turniere mit Wii Sports austrägt. ###

TEXT: Was unterscheidet eigentlich die SPD von der CDU? ###

COMIC: Der Horror-Autor Stephen King stellt Band 1 seiner neuen Comic-Serie Captain Trips kostenlos ins Netz. ###

GAME: Im eher geruhsamen Flash-Spiel Sneeze geht es darum, durch gezieltes Niesen möglichst viele Leute zu infizieren. ###

DING: Weil’s sich auf Gras gut läuft, sollte jeder so eine Mini-Rasen-Matte in seinem Badezimmer haben. ###

Ungeordnete Gedanken zur Hessenwahl

Januar 18, 2009

Die SPD stürzt ab: So sehr ich der windigen Ypsilanti-Mannschaft in Hessen alles Schlechte wünsche, der harmlose Herr Schäfer-Gümbel tut mir doch ein bisschen leid (obwohl er als Ypsilanti-Vertrauter gilt). Naja, offenbar ist der 20 bis 25-Prozent-Korridor jetzt die Flughöhe der SPD, auch für andere Wahlen im Superwahljahr 2009. Wenn’s nicht noch schlimmer wird. Am […]

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Sonntagslinks

Januar 11, 2009

SITE: Die Visual Wikipedia ist ein bisschen wie die Wikipedia, nur anders. ### SITE: Absurd oder nicht? Whichbook schlägt Bücher vor, wenn man der Seite ein paar Parameter vorgibt. ### SITE: Und nochmal Bücher: Das Buchcoverarchiv ist was für Liebhaber. ### TEXT: Der Autor Seth Godin sagt vieles, unter anderem schlägt er vor, man solle […]

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