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Followerpower: Podcasts

by Gunnar on 21. September 2009 · 18 comments

Ich hatte kürzlich akuten Podcast-Mangel und bat meine liebenswerten Twitter-Follower, mir doch bitte welche zu empfehlen. Daraufhin hagelte es Tipps und Vorschläge. Die möchte ich nicht geizig für mich behalten — schließlich sind wir im Web und so –, sondern gern weitergeben.

Ein Hinweis: Dies sind alles Podcasts, die mir von Followern vorgeschlagen wurden. Ich habe es bislang nicht geschafft, alle auszuprobieren und möchte also keine eigenen Empfehlungen dazu abgeben. Ich habe den Überfluss nur so grob nach Themen geordnet, englischsprachige Sendungen mit “(en)” gekennzeichnet und die Namen zum besseren Nachgucken verlinkt, meist mit iTunes. Sollten alles reine Audio-Podcasts sein, keine Filmchen.

Viel Spaß beim Reinhören und Ausprobieren!

GAMES & RETRO: Retronauts (en) * Three Moves Ahead (en) * Games und so * Spieleveteranen * GameStar * Gamers with Jobs (en) * MTV Game One * The Retroist (en) *

MÜNCHEN UND BAYERN: Schlaflos in München * Mensch Otto! *

MEDIEN & BÜCHER: Markt und Medien * Medienradio * Bücherradio * Presseschau *

COMPUTERZEUCH: Chaosradio Express * Bits und so * This Week in Tech (en) *

FILM & SERIEN: Kermode (en) * Ohrensessel * Remember When (en) *

COMIC & SPIELE: Here be Gamers (en) * House to Astonish (en) * The Spiel (en) *

BILDUNG: Kalenderblatt * History according to Bob (en) * History of Rome (en) * ZeitZeichen * SWR2 Wissen *

SONSTIGES: This American Life (en) * Not safe for Work * Tagebuch des täglichen Wahnsinns * Zettgeist * Tank Riot (en) * Football Weekly (en) * Küchenradio * Die Drei Vogonen * Gassipods * Spreeblick * Gefühlskonserve * SWR1 Leute * Wahnzeit *

Am Rande: “Not safe for work”, “Chaosradio Express” sowie “Games und so” erhielten die meisten Nennungen. Wer einzelne Werke dieser Liste ausdrücklich loben oder dissen möchte, kann das in den Kommentaren tun. Weitere Empfehlungen werden auch gern genommen.

Vielen, vielen Dank an Jan, Björn, Moritz, Themaktima, Michael W., Dominik, Timo, Angry Weasel, Dennis, HomiSite, Fracis, Sascha, Alexander, Christian, Ben, Schmeet, Hagen, Robin, Teomann, Thomas, Tim, Marko, Sven, Daniel, Kai, Spieler 3, Marco, Maximilian, Beco und jeden, den ich vielleicht vergessen habe.

Leben an der Straße

by Gunnar on 30. Juli 2009 · 16 comments

Unsere Tochter, das Goldkindtm, hat, ich gebe es nur ungern zu, einen Autofetisch. Wann immer sie eines sieht, zeigt sie drauf und ruft “A-U-to” oder, in der Mehrzahl “A-U-to-SCH”. Passanten schauen uns schon zunehmend irrtiert an, wenn wir spazieren gehen und fortlaufend mit dem Kind in Dialogschleifen (“A-U-to!” “Ja, Auto, super” A-UUUU-to!” “Ja, schön, komm weiter”) gefangen sind. Insofern ist es ganz praktisch, dass direkt vor dem Kinderzimmer die Bundesstraße 2R (auch der “Mittlere Ring” genannt) vorbei führt, mit ordentlich Autos aller Größen drauf. Da stellen wir sie auf die Fensterbank und haben dann stundenlang Ruhe, während das Goldkindtm den Verkehr katalogisiert (“A-U-to!” “Bus” “Ela-Weh!” “Ba-Ga”). Was mich an meine Jugend an der Bundestraße 64 erinnert, ach damals, als noch Käfer und Enten die Straßen bevölkerten.

Da wir aber nicht nur am Ring, sondern auch noch unweit des Klinikums Bogenhausen wohnen, sind unter den den 60.000 Fahrzeugen, die pro Tag das Kinderzimmerfenster passieren, auch so 15 bis 20 Krankenwagen, grüne Minnas und Feuerwehren unter Blaulicht und Sirene. Sowas schaut man sich als bekennende Autofetischistin natürlich besonders gern an. Das führt zu dem mild bizarren Ritual, dass bei jedem in der Ferne erklingenden Martinshorn die Kleine aufmerkt, “Tü-Ta!” ruft und sofort auf die Fensterbank gehoben werden will. Und natürlich bitter enttäuscht ist, wenn das Tüta schon vorbei oder vorher abgebogen ist.

Aber hey, vorhin ist es uns gelungen, einen Zug aus Feuerwehr-Einsatzleitung, Tragkraftspritzenfahrzeug, Löschgruppenfahrzeug, Tanklöschfahrzeug, Rüstwagen und, als Bonus, zwei Polizeiautos zu beobachten. Das Goldkindtm war daraufhin so high, dass Wickeln, Umziehen, Abendessen, Zähneputzen und Schlafengehen in Rekordzeit und allenfalls mit passivem Widerstand vonstatten gingen.

Was machen bloß Eltern, die auf dem Land wohnen?

Eine halbe Stunde in der Hölle

by Gunnar on 20. Februar 2009 · 12 comments

Neulich sagte dieser Analyst, man müsse die Emerging Markets beachten, dürfe aber die Mature Markets nicht vernachlässigen. Und Go-to-Market sei wichtig und Verticals auch, und die Economies of Scale sollten die Companies beachten, und der Bedarf nach Business Intelligence bliebe sicher stabil, und Digital Marketing sei weiterhin im Kommen und biete viele Opportunities.

Er sprach in schneidigem Offizierston, der Powerpointpräsentation halb zugewandt und las immer das Schlüsselwort von der Leinwand ab, um es in einen nachlässigen deutschen Halbsatz einzubinden. Immer deutsche Satzstruktur, deutsches Hilfsverb, deutsche Artikel, englisches Hauptwort.

Nach fünf Minuten explodierten die ersten Synapsen in meinem Hirn, nach 10 Minuten wurden meine Haare weiß, nach 15 Minuten hatte ich den Vornamen meiner Tochter vergessen, nach 20 Minuten setzte Schnappatmung ein, um die 25. Minute herum habe ich mir im Delir ein Ohr abgerissen. Den Rest weiß ich nicht mehr.

Der Journalist ist der Metapher ihr Tod

by Gunnar on 16. September 2008 · 2 comments

Die Marine sucht noch nach der Leiche, aufgrund der endlosen Weiten der Nordsee ist das aber wie die Suche in einem Heuhaufen. (Nachrichten auf BR 5, heute)

Ich weiß schon, ich bin kleinlich, aber dieses achtlose Metaphernmorden nervt mich unendlich. Das mit der Nadel im Heuhaufen ist schon eine abgenutzte Floskel, wenn man sie korrekt verwendet. So, ganz ohne Nadel, ist es natürlich besonders albern.

Aber was geht’s mich an? Seit ich nicht mehr regelmäßig Artikel redigiere, verblassen meine MAD SKILLZ in Sachen Fehlerfinden (besondere Spezialität: doppelte Leerzeichen) zur Unkenntlichkeit. Jetzt wo ich drüber nachdenke, schreibe ich überhaupt nur über das Beispiel oben, weil es mich freut, dass ich den Fehler bemerkt habe. Ach, die Eitelkeit. Und vermutlich der schiere Neid auf Leute wie Bastian Sick, der aus seiner Korinthenkackerei ein Millionengeschäft gemacht hat.