Textchen

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Wenn wenn wenn

25. Januar 2011 · 3 comments

Habe keine Zeit, was zu schreiben.

Wenn ich aber was schriebe, erläuterte ich all die Dinge, die von wahrhaft globalem Interesse sind.

Ich wählte Themen aus, von so unerhörter Brisanz, dass jeder darob in tiefe Nachdenklichkeit verfallen müsste.

Mein Ziel würde es sein, interdisziplinär arbeitend, komplexe Sachverhalte leicht verständlich darzustellen.

Selbstredend würde ich die weltanschaulich-politische Komponente nicht zu kurz kommen lassen; sowohl die Ungerechtigkeiten des Alltags als auch die Unzulänglichkeiten des kapitalistischen Systems fänden Erwähnung.

Jegliches, im Internet oder draußen in der Welt, anzutreffende Fehlverhalten prangerte ich so gnadenlos an, dass die betreffenden Widerlinge bestimmt ihren Hut nehmen müssten.

Mit allen mir zu Gebote stehenden Mitteln arbeitete ich an meinem Stil und feilte jeden Satz und jedes einzelne Wort so lange aus, bis mein Blogeintrag von jener prägnanten Prosa gekennzeichnet wäre, die mir bei anderen (Heidegger, v. Däniken, Nietzsche) so vorteilhaft aufgefallen ist.

Vielleicht würde ich auch der journalistisch-pseudoaktuellen Formen müde und versuchte mich statt dessen an klassischen Stilen; tiefer und tiefer versänke ich dann in die Qual der Wahl zwischen tausend Möglichkeiten verschiedener Erzähltechniken.

Packte mich der Ehrgeiz, böte ich auch alles auf, um mit den komplexesten Versmaßen im lyrischen Umfeld zu jonglieren.

Bestimmt. Habe aber keine Zeit.

[Alter Beitrag, bei mir selbst geklaut. Ahem.]

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Bitte so werden, 2010

31. Dezember 2009 · 17 comments

Hm. Mein Jahresendtext von 2008 klingt immer noch erstaunlich aktuell. Ich passe ihn also sanft an und veröffentliche ihn einfach nochmal. Kann ja nichts dafür, dass die Welt mir meine Wünsche nicht erfüllt. Abgesehen davon wünsche ich allen Mitlesenden ein sensationelles Jahr 2010, mit Geld, Schokolade, Sex, milden Drogen, gelungenen Videospielen und allem, was so dazu gehört. Man sieht sich, denke ich.

Ich wünsche mir zuvörderst, dass 2009 2010 in großen Mengen Hirn vom Himmel fällt, unseren Wirtschaftsführern und Bankern und Politikern und Medienmanagern in die hohlen Schädel. Diese Krise von 2008 2009 hat ja eines mal wieder erwiesen — auf ziemlich vielen verantwortlichen Positionen, an Schlüsselstellen mit ausreichend Potenzial Unheil anzurichten, sitzen mittelmäßige Flachpfeifen, welche die verschärfte Form von repräsentativem Eierschaukeln, die sie Tag für Tag betreiben, schon für einen richtigen Job halten. Die ihre virtuellen Welten mit den Eckpfeilern Golf, Gadgets, Vielfliegermeilen, Telefonkonferenzen, Bonuszahlungen und Sekretärinnentitten für die richtige Welt halten. Die ihre kleinen Entscheidungen treffen wie Straßenbahnschaffner Tickets abknipsen, mit den bewährten Methoden von gestern und vorgestern und vorvorgestern. Nur dass die Entscheidungen eben zuweilen enorme Auswirkungen haben. Aber das ist ja nicht zu ahnen, wenn man keine Fantasie hat.

Ach.

Ich wünsche mir, dass Gott mir mehr Gelassenheit schenkt oder besser doch nicht — was soll ich mit Gelassenheit? Gelassenheit ist was für Menschen ohne Herz. Ich wünsche mir also stattdessen, dass Gott mir den soliden Herzmuskel, den stabilen Magen und das drahtseilige Nervenkostüm schenkt, das ich brauche, um mit meiner sensibel-cholerischen Persönlichkeitsstruktur und der Bosheit dieser Welt klarzukommen.

Und ich wünsche mir, dass einige Wörter verschwinden, darunter auch einige, die ich selber zuweilen sage, was natürlich kein gutes Licht auf meinen Willen zum Guten, Schönen und Wahren wirft, also Wörter wie wording, wellness, content, bullish (sagt jetzt eh keiner mehr), Sowieso to go, Reputations-Management und noch viele mehr, die mir gerade nicht einfallen wollen, aber wenn man sie sieht, wird man sie erkennen, da bin ich ganz sicher.

Und wo wir gerade beim Verschwinden sind, ich wäre aus rein ästhetischen Gründen froh, wenn blaue Hemden mit weißen Krägen verschwinden würden und Pop-Under/Pop-Up-Werbespamfenster und diese absurde Reklame auf den Toiletten von Autobahnraststätten und Casting-Shows und das deutsche Fernsehen ganz allgemein und Mario Barth und Bugs in PC-Spielen und Leute, die sich in Zügen die Fußnägel schneiden und Guido Westerwelle und von der Layen und, ogott, jetzt gerate ich beim Wünschen in eine Art Strudel. Aber es sollen auch noch die Zufrühknaller verschwinden, die Am-Ende-der-Rolltreppe-Stehenbleiber, die unnötig-die-Spur-wechsler, die Nichtblinker, die In-der-Stadt-mit-dem Golf-auf-85-Beschleuniger, überhaupt alle Leute, die ein Auto bewegen, ohne den festen Willen zum Miteinander aufzuweisen. Die Unfreundlichen, die Intoleranten, die Egoistischen.

Arrrrgh. Themawechsel.

Ich wünsche mir, dass 2009 2010 die SPD ein bisschen, wenigstens ein kleines bisschen, Würde zurückgewinnt. Es müssen ja keine Wahlen sein, nur ein wenig Würde.

Im Sinne vieler Kollegen wünsche ich mir, dass die Printauflagen deutscher Magazine und Tageszeitungen ein wenig langsamer zusammenbrechen als in den vergangenen Jahren, natürlich mit Ausnahme von Produkten, die eh kein Mensch braucht, wie Focus, PC Games oder Junge Freiheit. Ahem. Vor allem sollen meine Lieblingsmagazine (neben GameStar und GamePro sind das 11Freunde, Brand Eins, GEE und Effilee) das kommende und auch noch viele weitere Jahre gut überstehen.

Ein paar gute Spiele würden mir das Jahr auch erhellen, etwas Besseres aber grundsätzlich ähnliches wie Dragon Age vielleicht? Meinetwegen auch so ein Ich-führ-dich-am-Nasenring-durch-die-Welt-Dingens wie Batman Arkham Asylum, wenn’s denn hübsch gemacht und halbwegs unschmerzhaft erzählt ist. Oder ist das zu viel verlangt? Dann wenigstens weitere brauchbare mobile Spiele wie das sensationelle Scribblenauts oder The Creeps oder Canabalt. Eine gute Grundversorgung an Solo-Rollenspielen wäre mir weiterhin wichtig (sehe ich da nicht Mass Effect 2 am Horizont?), MMORPGs können mir weiterhin gestohlen bleiben.

Und Gesundheit für meine Familie und gerne auch für mich. Und Weltfrieden. Und Sonnenschein. Und sauberes Wasser, vernünftige Mitmenschen und mehr Gutes, als die schlechten Menschen ertragen können.

Und vielleicht steigt ja dann doch endlich Jesus aus seinem Sternenschiff herab, um die Gerechten zu retten. Ich wäre soweit.

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Herr Kaliban auf 140 (Teil 2)

28. August 2009 · 7 comments

Nun, wie sag’ ich’s? Möglicherweise gibt es Leute, die nicht jedes Wort memorieren und in ihr Tagebuch übertragen, das ich auf all diesen “Kanälen” (so nennt man das in der Medienbranche) in die achtlose, kaltherzige Welt hinausjage. Das kränkt mich natürlich und führt zu kleinkinderhaften Trotzreaktionen. Wie dieser hier.

Also, weil mehr Leute mein Blog als meinen Twitterfeed lesen, folgt hier eine kleine Sammlung der originelleren unter den kalibanischen Twitter-Einträgen.

Erkenntnisse über die Welt:

Twitter ist oft wie eine dieser Partys, wo man auf’m Balkon steht und raucht, weil alle über Bands reden, die man nicht mag.

Millionen Männer haben es schon immer gewusst: Pinkeln unter der Dusche ist aktiver Umweltschutz! >> http://arm.in/5E7

Was ist Cellulite anderes als Gottes Antwort auf die Erfindung des sündhaften Minirocks?

Tägliches Leben:

Zu spät zur Arbeit, weil der Wecker verschlafen hat. Lag vielleicht daran, dass der Wecker diese Nacht drei Schreianfälle hatte.

Argh. Meine Frau hat irgendwie das Gamepad kaputt gemacht. Krieg! Gehe jetzt ihre 12-Euro-Lotion in die Badewanne kippen.

Uh. Meine Tochter benutzt für Kaffee, Katze und Kacke dasselbe Wort –> “Kaa-eé”. Riskant.

Wahl der Qual: Entweder ich schwitze mir den salzigen Umriss von Brandenburg ins Hemd oder ich hole mir eine Klimaanlagen-Lungenentzündung.

Leute, die mit unterdrückter Nummer anrufen, gehören erschossen. Gewinngratulierer der Lottogesellschaften vielleicht ausgenommen.

Realität und Irrsinn:

Jetzt habe ich meine Medikamente in der falschen Reihenfolge eingenommen und mir ist auf der Stirn eine zweite Nase gewachsen.

Irgendwie ist es komisch, wenn Kollegen meinen Twitter/Facebook-Feed lesen und mich drauf ansprechen. Dadurch wird das so… …so real.

Fortwährend stimmt die Realität nicht mit meinen Plänen überein.

Mein Vorrat an Realität ist aufgebraucht. Aber für den Rest dieses absurden Monats mache ich gar nicht erst ‘ne neue Packung auf.

Hinweis: Das dies hier Teil 2 ist, gab’s natürlich auch Teil 1.

Das ist eines der Hauptprobleme mit diesem dilettierenden Feierabendschreiben: Es fallen einem dauernd so unzusammenhängende Sachen ein, die schreibt man zwanghaft auf, was sich in Einzelfällen vage gut liest, aber nicht recht zu irgendwas führt. Man kommt sich ein bisschen wie ein Schriftsteller vor, denkt, huh, nicht übel, daraus könnte ich was machen, macht aber nie was draus, weil Fragmente eben nur Fragmente sind und keine Bausteine. Ach. Vielleicht sollte ich die besseren mal zu Blogeinträgen aufarbeiten, Blogs sind ja erlaubtermaßen Fragmentfriedhöfe. Oder einfacher: Ich copypaste hier mal einfach ein paar rein. Zack. Dann sind sie irgendwie veröffentlicht und nerven nicht länger in meinen Notizen. Sowas hier z.B.:

Meine Stiefel ziehen mich nach ihrem eigenen Willen, ungelenkt, durch die Schneefelder. Ich bin absent, nicht in der Gegenwart. Träume kalte Träume in hellblau, grau und weiß. Meine Stiefel folgen den Spuren anderer Stiefel, wie Pferde anderen Pferden folgen. Ein Schritt daneben und ich wäre im Nichts, würde eigene Spuren in den Schnee treten, das Land neu kartographieren.

Aha. Oder was Englisches?

German is a language so complex that it’s virtually unlearnable for foreigners. Not even the Rosetta Stone people have yet found a way to tackle the irrational way Germans use “das” and “der” and “die”. So don’t even try to learn it – Germans are well used to people using hand signs and facial expressions to ask for the way to the cathedral or the porn store.

Keine Ahnung mehr, wo ich damit hinwollte. Eine Art Mini-Ratgeber vielleicht. Oder lieber ein paar Brocken Fantasy, heute günstig im Angebot.

Der Wald der Augen war ein dunkler Ort, an den viele Länder grenzten. Dennoch hatte niemals jemand Anspruch darauf erhoben. Kein König oder Prinz war je närrisch genug gewesen, ihn seinem Königreich einverleiben zu wollen. Bis jetzt.
Ich war jung damals beim Tod meines Vaters, ein jugendlicher Regent, der sich unsterblich glaubte und die Worte seiner Ratgeber in den Wind schlug. Erfahrung, dachte ich, was ist schon Erfahrung. Intelligenz und Mut und Wille, darauf kommt es an. Nicht auf das, was die abergläubischen alten Männer erzählen, denen die Last der Jahre alle Tatkraft genommen hat. Ich schickte also Soldaten und Holzfäller, um meine Fahne aufzuziehen und des Waldes Herr zu werden. Hätte ich gewusst, was ich heute weiß, hätte ich Gift genommen.

Ich hätte auch noch ein paar längliche Romananfänge, aber die erspare ich der Öffentlichkeit. Vorerst.

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Tote Arschlöcher

8. November 2007 · 16 comments

Er fährt die Grillparzer entlang, da schließt von hinten ein roter Mini auf, reiht sich links neben ihm ein. Junge blonde Frau am Steuer. Doofe Kuh, denkt er, was hat die neben mir herzufahren, die Straße ist zwar breit, aber einspurig, zweispurig wird sie erst in zehn Metern. Die Ampel kommt, beide halten, sie links neben ihm. Dann überlegt sie es sich anders, setzt zurück, stellt sich hinter ihn. Ein Opel muss deswegen ausweichen. Puh, denkt er, die Tussi weiß nichtmal, wo sie hin will. Dann springt die Ampel um, und in exakt der ersten Sekunde Grün drückt sie auf die Hupe. Lang. Der Wagen links von ihm ist auch noch nicht losgefahren, nur übermenschliche Reflexe hätten… aber egal, sie hat gehupt, bei ihm hakt etwas aus, tief drinnen, im Rückenmark, wo die dunklen Gefühle brodeln. Er fährt los, aber mit etwa zehn Km/h, aufreizend langsam, zur Strafe, soll sie doch ein bisschen was von dem Ärger zurückbekommen, den sie austeilt. Sie hupt nochmal, und zieht mit quietschenden Reifen neben ihn, zeigt ihm den Finger und gibt Gas. Er beschleunigt tückisch, und ein paar Sekunden fahren sie nebeneinander her. Dann geht er vom Pedal, sie schert lebensgefährlich vor ihm quer über die Spuren und hält am Straßenrand. Er drückt den roten Knopf neben dem Schalthebel, die Zielaufschaltung setzt ein, es folgt das Zischen der Rakete, und sie verglüht in einem Feuerball. Geschieht ihr recht.

Sie fährt die Grillparzer entlang, will rechts abbiegen. Vor ihr ein aufreizend trödelnder Einser, sie überholt, und, argh, steht auf der Geradeausspur, statt auf der zum Abbiegen — da wo sie hin muss, steht der Trödelhansel. Mist, denkt, sie, setzt zurück, sortiert sich ein. Die Ampel schaltet auf Grün und das Universum in Zeitlupe: Gezeiten kommen und gehen, Jahreszeiten wechseln, Galaxien entstehen und verglühen, und noch immer ist der Typ im Einser nicht los gefahren. Sie hupt zart. Der Einser erwacht und hoppelt los, mit etwa vier Km/h, sie hat schon dreibeinige Schildkröten schneller laufen sehen. Arschloch, denkt sie, der ist nicht nur hirnverlangsamt, sondern auch noch boshaft. Sie gibt Gas, zieht neben ihn, jetzt beschleunigt er richtig. Sie kann deswegen nicht auf die rechte Spur, wird vor der nächsten Ampel wieder falsch stehen, Mist, wegen so einem Idioten, jetzt bleibt er ein bisschen zurück, sie zieht rüber, drückt auf den roten Knopf neben der Automatik. Plock! macht es, als die Mine aus dem Depot unter dem Tank auf die Straße fällt. Der Einser verglüht in einem Feuerball. Geschieht ihm recht.

Manchmal wünscht man sich, die heutigen Autos wären besser bewaffnet. Könnte man kleinere Konflikte rasch während der Fahrt austragen. Aber naja, vermutlich haben wir auch so schon genug tote Arschlöcher im Straßenverkehr.

Herr Tamm ist unterwegs, in einer fremden Stadt. Der Ort liegt weiter im Süden als seine Stadt und hat den Winter bereits vollständig abgearbeitet und mit dem Frühling begonnen. Tamm ist mild euphorisiert von dem schwebenden Licht und der laubgewürzten Luft, und er erlaubt sich ein Schlendern, ein fröhliches Schlenkern, das mehr dem Verharren als dem Vorankommen dient. Sein Blick, normalerweise beim Gehen magisch auf einen Punkt hinter dem kurzfristigen Ziel gerichtet, als wollte er durch Mauern gehen, schweift umher, ohne dass Tamm kontrollieren könnte, was Hirn und Auge da protokollieren. Grün feiert Siege über Grau, Efeu erklettert Fassaden, Blattwerk verdeckt Mauern. Die Haut der Menschen leuchtet umso mehr, je weniger Textilien an ihnen zerren. Die Frauen zeigen die Ansätze ihrer Frühlingsbrüste und ihre Frühlingsbauchnabel, die Männer stellen ihre Hälse, ihre Ellenbogen, manchmal ihre Knie zur Schau.

Tamm muss sich losreißen von dem Grün der Blätter, dem Blau des Himmels, dem Rosa der Brustansätze. Doch der Rest des Weges ist kurz, er steht schon fast vor ihrem Haus. Es ist nicht ihr Haus, natürlich, das Haus ist ein Mietshaus, elf Parteien, zwei pro Stockwerk und das obligatorische reiche Ehepaar im ausgebauten Dachgeschoss. Tamm fährt mit dem Finger die glatten Flächen der Klingelschilder ab, berührt jede Schraube, bis er zu ihrem Namen kommt. Er sammelt eine Sekunde Kraft und drückt. Drinnen ertönt jetzt, Tamm weiß es, ein dezentes Glockenspiel, draußen signalisiert die Klingel nur mit einem flachen Summen, dass sie ihre Arbeit getan hat.

Tamm wartet ein paar Sekunden. Und dann noch ein paar. Niemand öffnet. Sie ist nicht da. Das überrascht Tamm nicht, er weiß, dass sie sich Mittwochs frei nimmt und mit ihrer Freundin Irina zum Geldverschwenden in die Stadt geht. Deshalb kommt er ja, wenn er mal in der Gegend ist, immer am Mittwoch. So kann er ihr ein paar Tage später erzählen, er sei bei ihr gewesen und habe sie nicht angetroffen, ja, schade, war eine kurzfristig geplante berufliche Reise, nein, er habe keine SMS schicken wollen, er wolle sie nicht nerven, nur ein Überraschungsbesuch, nichts formelles. So bleibt alles in der Schwebe. Und Tamm läuft nicht Gefahr, dass sein sorgfältig konstruiertes Bild von ihr zerspringt.

Tamm geht zum Bahnhof zurück, durch die lichte Luft und den Sonnenschein, doch er hat keinen Blick für die Menschen und keine Freude an der Wärme. Er will allein sein.

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Im Feindesland

4. Oktober 2007 · 11 comments

Ach, man weiß ja wie Männer sind — modisch hilflos. Ich bin natürlich ganz anders: Im Gegensatz zu vielen Geschlechtsgenossen gehe ich, wenn ich neue Klamotten brauche, gerne allein in die einschlägigen Geschäfte. Ich halte, schon aus Gründen der Bewahrung der männlichen Restwürde und Autonomität, wenig davon, Frauen bei der Auswahl von Männersachen mitreden zu lassen, das wäre ja noch schöner, nächstens wollen sie auch noch über Auto oder Fernseher oder Stereoanlage abstimmen, und dann sitzt man mit einem Renault Twingo oder einem Satz Boxen von Bose da. Böse.

Was aber eigentlich gar nicht Thema dieses Textes ist, ich schweife nur wieder ab, wie immer, wenn ich über mich rede. Blogorrhö sozusagen. Thema ist vielmehr, dass Frauen, in diesem Fall meine Gattin, offenbar ganz gerne Männer beim Einkaufen dabei haben – als Partner fürs Geschmacks-Sparring, als Kleiderholer, als Taschenträger. Folglich verfüge ich über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz als Co-Einkäufer und verdichte das hier mal eben in ein Einzelerlebnis:

Also, da sich in Kaufhäusern und derlei von Zeit sowie technologischer Entwicklung überholten Institutionen die Abteilungen für Männer und Frauen oft auf unterschiedlichen Stockwerken befinden (wobei den Männern, sagen wir, der Keller und den Frauen die Etagen 1 bis 5 gewidmet sind), zerfällt das abgrasbare Gebiet in die Kategorien Kann man mal hingucken, wenn man nix mehr anzuziehen hat und vermintes Feindesland. Besonders nahe den Damen-Anprobierkabinen wird man ja auch heutzutage als Mann noch nicht so richtig angenommen. Ich verwünsche also die Tatsache, dass der Tarnanzug aus Halo 3 in meinem Alltag noch nicht verfügbar ist und stehe ein bisschen rum, ostentativ linkisch, um zu signalisieren, dass es nicht meine Entscheidung ist, hier zu sein. Ich warte schließlich nur, bis die Liebe meines Lebens etwas vorführen, etwas enger Ausfallendes ordern oder etwas ganz anderes will. Bin bis zur Zuteilung einer Aufgabe (Guck mal, steht mir das?) quasi offiziell nichtexistent und in diesem Bereich ein vollkommener Fremdkörper. Damenschweiß, Gesprächsfetzen, Reißverschlussgeräusche und der gemischte Duft von fünf, sechs, acht Sorten Parfüm waschen über mich hinweg. Ich erkenne grundsätzlich nur L’eau d’Issey und das riecht man bekanntlich kaum, also erkenne ich gar keine Parfüms, daher kann ich jetzt auch nicht aufzählen, was die Frauen in München derzeit so auflegen, womit dieser Text auch als Zeitdokument quasi unbrauchbar ist und in hundert Jahren nur dann in Schulbüchern steht, wenn sich an dem Einkaufsverhalten von Männern und Frauen nichts Wesentliches mehr ändert oder ich überraschend doch noch zum Weltdiktator ernannt worden bin.

Zurück zum Thema: Da die Vorhänge von Umkleidekabinen nur mit drei Jahren Fachausbildung im Dekorateurswesen blickdicht zu schließen sind, kann ich nirgendwo hinschauen, ohne senkrechte Streifen von Bäuchen, Beinen, Brüsten aufgedrängt zu bekommen. Was also tun beim Warten, will ja nicht als Gaffer gelyncht werden, ich schaue also angezogene Frauen an, will sagen solche, die aus der Kabine stolzieren und ihren zahlenden Müttern oder zahlenden Männern vorzeigen, was sie zu kaufen lassen gedenken. Und das absurde Mädchenduo ein Stück den Gang runter, das im Dutzend Dirndl anprobiert und sich dabei so lange gnichelnd gegenseitig mit der Handykamera fotografiert, bis die Aufsicht kommt und die Girls des Platzes verweist.

Um nicht laut mit Kommentaren zu Faltenwurf am Po und der Kombinierbarkeit von Blautönen herauszuplatzen, versetze ich mich in einen Zen-artigen Zustand, der, lange eingeübt vor den Umkleidekabinen dieser Welt, bei Scientology sicher sofort den Status Clear wert wäre, wenn ich noch 50.000 Dollar drauflegen würde. Das ist schwer zu erreichen, denn die Sünden der Damen wiegen schwer, die Kommentare drängen sich an meiner Zungenspitze, aber als es gerade kaum mehr auszuhalten ist, hat die Liebe meines Lebens eine Jeans gefunden, die zumindest in die Top Ten des Nachmittags kommt. Und meine Meinung, in mild abgestuften Dosierungen natürlich, ist gefragt. Kurzer Dialog, Schwanken zwischen sage-ich-toll-damit-wir-wegkönnen oder bin-ich-nett-und-räume-ein-dass-sie-am-Hintern-straffer-sitzen-könnte, Wahl von Option 2, neuer Schwung Hosen, neue Runde Warten. Ach. Am Ende nimmt sie dann doch die, die ich als erste für sie ausgesucht habe. War ja auch die Teuerste.

Herr Tamm nimmt die Bahn. Das ist viel gefährlicher als Auto fahren, weil man nichts tun muss außer sitzen und deshalb Zeit zum Denken hat. Wer sich da nicht konsequent betäubt, mit Musik, Literatur oder Alkohol, der ist sich ausgeliefert. Tamm hat eine Abneigung gegen das Betäuben, versucht es aber probehalber mit Musik. Das geht eine halbe Stunde lang gut, dann springt der Shuffle auf ein altes Lied, ein trauriges Lied. Und Tamm denkt an Irina. Irina ist fort, zwei Jahre schon. Aber er trägt ihre Bilder im Kopf, einen unerschöpflichen Fundus — Geschichten, Situationen, Szenen. Er denkt täglich, manchmal stündlich an sie, und noch immer fallen ihm neue Bilder ein. Bilder von ihr, an die er in den zwei vergangenen Jahren nicht gedacht hat. Das letzte, aufgetaucht aus dem Nichts, ohne Verbindung anderen Gedanken, trifft ihn jetzt: Ihr Blick über die Schulter, im Rennen zum Bus, der schon die Türen schließt. Sie schaut zurück, ob er nachkommt und lacht auf ihre “Wir schaffen das”-Art. Dunkle Haarsträhnen wirbeln ihr durchs Gesicht, ihre Wangen sind vom Laufen leicht gerötet. Dieses Bild hält er fest und zieht Zeitlinien ein. Kurz danach: Ihr Kopf lehnt schwer an seiner Schulter, sie sitzen hinten im Bus, sie hat ihre Hand auf seinem linken Bein. Kurz davor: ihre kraus gezogene Stirn, als sie ihre Tasche die Treppe zum Busbahnhof hinauf wuchtet, seine ausgestreckte Hand ignorierend.

Tamm schilt sich einen nachlässigen Narren, weil er das Lied auf der Festplatte gelassen hat, anstatt es zu löschen, dieses gefährliche Lied, dieses tödliche Lied. Musik sollte nicht genossen, sondern verwendet werden, benutzt wie ein Werkzeug, denkt er. Um Stimmungen zu unterstützen, Bewegung im Takt zu halten, Revolutionen anzuheizen. Keinesfalls dürfen Lieder einfach gehört werden. Traurige Lieder, sentimentale Lieder sind Zielscheiben für Gedanken über die Liebe. Ach, die Liebe. Oft denken wir an sie, in all ihren Verkleidungen, all ihren missgestalteten Formen. Selten reicht einer unserer Gedanken über das alltägliche Begehren, das banale Aushandeln, das tausendmal Erlebte hinaus. Wenn doch, wenn er einmal die Zielscheibe trifft, anstatt harmlos von der Wand abzuprallen, dann bleibt er stecken und bildet mit dem Lied eine neue Form. Wie ein seltenes Kleinod oder auch wie eine misslungene Skulptur, wir lieben beides, das Perfekte und das Fehlerhafte. Und doch ist beides eine Gefahr für alle jene, die wenigstens noch versuchen, die Kontrolle über das eigene Ich aufrechtzuerhalten.

Tamm bricht den Song ab, springt auf etwas Schnelleres, Trivialeres. Und Irina verblasst nach einer Weile wieder. Eine schmerzfreie Stunde vergeht. Irgendwann erreicht Herr Tamm sein Ziel, am Bahnsteig wird er erwartet.

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Eine Geschichte über Herrn Tamm

19. September 2007 · 16 comments

Ich sehe ihn sitzen, an einem dieser spillerigen Holztische, wie man sie im Frühling in Gärten von Lokalen aufstellt. Vor ihm liegt ein Handy, ein schwarzes Sony Ericsson, das er aber nicht beachtet. Er schaut sich um, ungezielt, ohne Fokus, er langweilt sich. Er wartet auf jemanden, schaut aber nicht auf die Uhr. Er wird wissen, dass er zu früh ist. Eine überirdisch schlanke Kellnerin, ganz in schwarz, mit hochgesteckten blonden Haaren, materialisiert sich von irgendwoher. Sie sagt nichts, lächelt nur auffordernd, mit ihrem Block in der Hand, das scheint ihre Masche zu sein mit männlichen Kunden. Er schaut ihr auf die fast nicht erkennbare Rundung der Brust unter dem T-Shirt und ordert Alkohol. Das Geschöpf nickt und entschwebt.

Eine Minute verstreicht. Er sieht sich um, am Nebentisch flüstern zwei junge Frauen miteinander. Er legt den Kopf schief, um sie zu belauschen, aber es gelingt nicht. Offenbar sprechen sie mit Absicht leise, möglicherweise geht es um Wichtiges, vielleicht um die Liebe. Die Jüngere der beiden, sie mag Mitte 20 sein, schaut traurig, die andere, ältere, wirkt ernst und anteilnehmend, neigt ihren Kopf, streckt die Hand aus. Liebeskummer, denke ich. Sie flüstern weiter. Einmal entsteht eine Pause im Gespräch, und die Jüngere schaut verloren geradeaus, ins Leere und lächelt traurig. Er, ich nenne ihn mal Tamm, ich wollte schon immer mal eine Figur in einer Geschichte Tamm nennen, er also schaut sie an, ungeniert und frontal und macht ein Gesicht, als habe ihm das Lächeln ein Loch in die Herzwand geschlagen.

Die Kellnerin kommt mit dem Bier, aber es ist diesmal nicht die Elfe. Es ist eines dieser bedauernswerten dicken Mädchen, die in der Schule immer ungerecht behandelt worden sind, weil Lehrer und Schüler und Schülerinnen gleichermaßen dazu neigen, sich für unsportliche Mädchen mit schlechter Haut nicht zu interessieren. Einzig auf die Solidarität einiger matronenhafter Lehrerinnen konnten sie zählen, aber auch das nicht immer, weil sich auch hässliche Lehrerinnen lieber mit hübschen Schülern umgeben. Tamm jedenfalls ist aus seinem Traum weiblicher Schönheit geworfen, reißt sich vom Liebeskummer am Nachbartisch los und widmet sich dem Alkohol.

Die Frauen stehen auf und gehen, abrupt. Die Traurige voran, die Freundin wirft achtlos ungezähltes Geld auf den Tisch und folgt. Tamm schaut ihnen nach. Ich bin sicher, eine Sekunde lang hat er die unglückliche Frau geliebt. Unglück zieht ihn an, er ist ein Tröster, ein Beruhiger, ein Fels in der Brandung, an dem sich Menschen aufrichten können. Wenn Tamm will, kann er bezaubernd sein. Meist will er nicht. Und auch die Frau wird er in wenigen Minuten vergessen haben.

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Eine Frage des Wertungssystems [REMIX]

12. September 2007 · 9 comments

Meinen, Stammlesern vielleicht bekannten, Text Eine Frage des Wertungsystems habe ich neulich mal öffentlich vorgelesen. Da war ich vertretungsweise für den geschätzten Kollegen Herrn S. auf dessen Stammbühne. Nettes Erlebnis, aber darum geht’s grad nicht. Jedenfalls kam mir beim Vorbereiten der hier veröffentlichte Text arg holprig und schlecht komponiert vor, daher habe ich ihn ziemlich überarbeitet. Und damit ihr, liebe Blogleser, nicht mit einer veralteten Version vorlieb nehmen müsst, füge ich hier die Remix-Fassung an. Viel Spaß.

Gestern, da sprach ich mit meinem Kollegen Bernd darüber, dass ich heute hier lesen würde. Und fragte, wie man eben so Komplimente-fischend fragt, was ich bloß erzählen solle. Bernd antwortete trocken: Na, erzähl doch, wie wir damals Crack kaufen wollten und auf dem Rückweg dann den Unfall gebaut haben.

Uh. Naja. So geht das nicht. Lieber anders:

Wie ich einmal Zigaretten holen war und auf dem Rückweg an Kalle denken musste.

Ein Problem ist es, wenn man Zigaretten holen will, aber kein Kleingeld im Haus hat, sondern nur die Kreditkarte. Wo aber bekommt man ein Päckchen Zigaretten per Kreditkarte? An der Tankstelle, die 760 Meter weit von zuhause entfernt ist, was zu viel für einen Fußmarsch ist, jedenfalls wenn man raucht. Also nehme ich das Auto und belaste mein CO2-Gewissen mit einer weiteren Sünde. Also zur Tanke, Kippen gekauft, aus Verlegenheit noch getankt und ein Glas Würstchen eingepackt, damit die hässliche Tankfrau nicht denkt, ich sei ein haltloser Süchtling. Rückweg, und zack! Stau.

Wenn man im Stau steht oder eigentlich nicht im Stau, sondern in dem Schritttempo-Ringelpiez aus Autos, den der Mittlere Ring am frühen Abend bildet, dann hat man erstaunlich viel Zeit für dumme Gedanken.
Ich schaue dabei gerne in den Wagen nebenan und versuche mich im Bilden von 5-Sekunden-Vorurteilen, seit jeher eines meiner liebsten Hobbys.

Blick 1 (Sondierung): hübsche blonde junge Dame mit lässiger Schlägermütze.

Blick 2 (Vertiefung): Hey, die trinkt Red Bull aus der Dose.

Blick 3 (ganzheitlich): Das ist doch ein Cooper S, den die fährt. Insgesamt also ein stimmiges Bild, vielleicht einen Tick zu sehr Klischee, aber mit einem österreichischen Nummernschild darf man das.

Und auf der Skala für pseudo-urbanes Hipstertum sieht es nicht übel aus: blond & Mütze (+2), Red Bull (+1), Mini (+2) in der Cooper S-Version (+3), weiblich (+2), unterwegs in München-Ost (-1), alles in allem sind das solide 9 Punkte.

Überhaupt, wo wir gerade dabei sind, man gibt Menschen und Dingen viel zu selten Noten, dabei erleichtert das so das drüber reden, vor allem (oder eigentlich ausschließlich) unter Männern. Wenn man mit Hey, die Lady da hinten hat aber einen gefälligen Körperbau ins Gespräch einsteigt, ist das nicht halb so griffig wie Die da? Ich würde mal sagen, das sind 6/8/8 auf der GBA-Skala. GBA steht dabei für, ach, wofür schon, allzu Offensichtliches soll man gar nicht erst hinschreiben. Das gibt bloß böses Blut bei mithörenden Frauen. Frauen sind ja eher so ganzheitlich orientiert, die stehen nicht auf derlei Zuspitzungen, hört man.

Also gehen wir zu einem weniger verfänglichen, weil männlichen, Benotungsbeispiel über: zu Kalle. Kalle trägt Glatze, Russenschnauzer, schwarze Lederjacke, T-Shirt mit dem Aufdruck Sick of it all, dazu breite Schultern, große Hände, laute Stimme – ihr versteht.
Mit Kalle war ich neulich beruflich in Boston, ein Kollege tat zufällig eine Szenekneipe um die Ecke auf, wir tranken ein paar Bier.
Am nächsten Tag gingen wir getrennter Wege, trafen uns aber am späten Abend zufällig in besagter Kneipe wieder.

Jetzt zur Sache — Kalle, bewertet nach den knallharten Maßstäben der Punk Credibility: Er war betrunken (+3), kannte plötzlich jeden im Laden (+2) inklusive des Barkeepers (+3), trug das weiter oben beschriebene Outfit (+3) und den dazu passenden Körperbau (+2). Dann erwähnte er noch was von einem Kumpel, der Roadie (+1) bei den Drop Kick Murphy’s sei (+3) und uns heute noch auf ein Punkkonzert mitnehmen würde (+3). Ich fragte nach dem Namen der Band, die Antwort: Green Gang. Ich wieder: Gang Green? DIE Gang Green? Er: blinzelte Unverständnis.
Und da hatte ich ihn, Punk-Kalle, Alk-Kalle, Pogo-Kalle — DEM Kalle, dem Fixstern der Nord-Bogenhausener Punkszene, dem waren GANG GREEN unbekannt, die GANG GREEN, die uh, ah, nahezu unvergessenen Saufrock-Ikonen der 80er. Tschüss Kalle, das war’s mit deiner Unsterblichkeit.

Aber genug vom Punk, der Stau löst sich, die Cooper-Dame ist fort, ich lenke meinen 1er BMW (Firmenwagen, -2) am Stahlgrubercenter (-1) vorbei in die Tiefgarage meiner Eigentumswohnung (-3). Steige aus, grüße die kratzige Nachbarin (-1), nehme aus Faulheit rasch den Aufzug statt der Treppe (-1) und setze mich, kaum in der Wohnung angelangt, an meinen Vista-PC (-1), zünde eine Zigarette an (-2) und, nun ja,schreibe was für mein Blog (-5).

Ach. -13. Hoffnungslos.