Web 2.0

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www.NeueKinderlieder.de

27. August 2009 · 13 comments

Eltern kommen, ob talentiert oder nicht, irgendwann in die Verlegenheit, ihren Kindern vorsingen zu müssen.

Anfangs ist das eine leichte Übung, da trällert man einfach irgendwas, was man mag — ich beispielsweise habe mir immer mit At the End of A Gun beholfen. Oder mit der grandiosen Moritat von Mackie Messer. Wenn dann aber in den Kindern dieses hungrige Monster, die Sprache, erwacht, reicht es nicht mehr, einfach eine halbe Strophe des englischsprachigen Lieblingsliedes zu wiederholen, dann muss es was Richtiges sein.

Vielleicht sogar was Mitsingbares.

Und dann?

Dann gibt’s da den ziemlich lustigen Eisbär oder den Harung und die Affen oder sonst ein paar hübsche Lieder, aber das Gros der bekannten und leicht auffindbare Songs für Kinder ist musikalisch mau und textlich fragwürdig. Vielleicht bin ich zu heikel, aber sowas wie…

“Häschen in der Grube nickt und weint, nickt und weint! Doktor, komm geschwind herbei und verschreib ihm Arzenei! Häschen schluck! Häschen schluck!” (*)

“Seine große, lange Flinte schießt auf dich das Schrot, dass dich färb die rote Tinte und dann bist du tot” (*)

“Der Auerhahn, der Auerhahn, der ist der würd’ge Herr Kaplan. Fidirallala, fidirallala, fidirallalalala” (*)

…erscheint mir doof und irgendwie sehr aus der Zeit gefallen. Wo sind die Lieder über Zauberlehrlinge, über Vampire, über transformierbare Roboter, über das Leben in der Stadt, über Feuerwehrautos, über Monster aus dem All, über Katzen und Hunde und Ratten und Frettchen und andere moderne Haustiere et cetera? Okay, Herr Ferri macht sowas zuweilen, aber viel mehr scheint es nicht zu geben. Oder übersehe ich da eine große, lebendige Szene von fahrenden Musikanten und selbstsingenden Eltern? Falls ja, möge man mir Bescheid geben, falls nicht…

… wollte ich mal anregen, ob es nicht lohnend wäre, eine Art Kinderlieder-Community zu gründen. Ich stelle mir das so vor: Eingeloggte User können Projekte anlegen, die dann Lieder werden — vielleicht beginnt es mit einer Idee, vielleicht mit einem kompletten Text, vielleicht mit einer neuen (oder alten) Melodie. Andere User können dann Ideen, Noten oder Texte beisteuern, am Schluss findet sich vielleicht ein musikalischer Mensch, der das fertige Werk mit der Gitarre einspielt und als Video hochlädt. Sollte doch technisch heutzutage ein Klacks sein, sowas.

Falls jemand die Idee gut findet — bitte einfach umsetzen, ab jetzt ist sie public domain. Ich habe nicht recht Lust, das selber zu machen, wäre aber bereit, ein paar Anregungen und meine hübsche Domain neuekinderlieder.de beizusteuern.

Kurz eine Frage an Twitter-benutzende Leute, die aber nicht in 140 Zeichen passt, weshalb ich sie jetzt hier und nicht direkt auf Twitter stelle.

Also, mein kleines Problem ist folgendes: Es gibt Leute, denen würde ich prinzipiell folgen, aber die verstopfen mir die Timeline mit ihren 123 Tweets pro Tag. Das gilt auch für News-Streams, die ich zuweilen gerne lesen, aber nicht mit den Tweets netter Leute vermischt haben möchte. Für derlei Content ist ja auch eigentlich der RSS-Feed erfunden worden.
Am besten wäre, bei Twitter ließen Follower in Sympathisanten und Leser unterscheiden: Ein Klick, ich folge dir, zwei Klicks, ich folge dir und lese dich auch noch. Aber die Welt ist nicht perfekt, weiß schon.
Gibt’s denn für die Sortierung bzw. Filterung der eingehenden Tweets nicht irgendein Tool? Es gibt doch immer für alles ein Tool. Jaja, ich weiß schon, dass ich mit Tweetdeck Tweets unterdrücken kann, aber ich will ja nicht unterdrücken, ich will teilen. Churchill, nicht Stalin, sozusagen.

P.S. Am Rande: Es schaudert mich bei dem Gedanken, einem der Autoren von Meedia beizupflichten, aber bei den 10 Dingen, die Herr W. an Twitter nerven, stimmt eigentlich alles. Bisschen larmoyant allenfalls.

P.P.S. Und wo wir gerade bei so Webzeug sind: Ich empfehle dem Consumeristen seinen Blogeintrag über die Jungs von Facebook, die sich jetzt entschlossen haben, auch noch Anspruch auf meine Seele und die meiner Kinder zu erheben. Einfach so. Könnte man ja noch brauchen. Gibt auch eine Gruppe zum Thema, natürlich.

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Sonntagslinks

18. Januar 2009 · 2 comments

TEXT: The game economy as an MMO ist der witzigste Text dieses Jahres. Jedenfalls für Nerds wie mich. Wüsste gerne, wer ihn eigentlich geschrieben hat.###

TEXT: Ist schon ein bisschen älter, aber einer meiner liebsten Blogeinträge überhaupt — Herr Paulsen schreibt über ein Erlebnis mit seinem Patenkind. ###

TEXT: Offenbar sind Eiskreise die neuen Kornkreise. ###

TEXT: Herr E. erklärt auf blatant boshafte Weise aktuelle Online-Begriffe. ###

TEXT: Chat Atkins hat einen sensationellen Vorschlag zur Finanzkrise. ###

TEXT: Die Herren und Damen von Smashing Magazine prognostizieren die zehn großen Webdesign-Trends für 2009. ###

TEXT: Unfassbar, wie bescheuert die Firma Belkin sein muss — schreiben die laut Daily Background doch auf dem Amazon-Dienst Mechanical Turk offen den Job aus, positive Reviews für Belkin-Produkte auf Amazon zu verfassen. ###

SLIDESHOW: Die Landung auf dem Hudson, dokumentiert mit den Mitteln des Echtzeit-Web. (Auf das Flugzeug-Bild klicken!) ###

BILD: Das Obamamobil, im Detail vorgestellt. ###

VIDEO: Schöne und ziemlich lustige Kondomreklame. Mit Outtakes. ###

BLOGS: Fünf tolle Fotoblogs, ungeordnet: Daily Walks, Deceptive Media, J.R. aus Montreal, Pixeldreamer (mit schöner Vorher-Nachher-Funktion) und Freshpics. Wobei Letzteres am ehesten ein wirkliches Blog ist. ###

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Das Phänomen Basicthinking

17. Januar 2009 · 4 comments

Jaja, ich weiß, dass meinen Stammlesern die Heißluftbewegungen der Blogosphäre am Arsche vorbeygehen. Muss trotzdem rasch was zur Causa Basicthinking.de loswerden, okay?

Also: Basicthinking ist/war das Blog von Robert Basic (42, gebürtiger Kroate), einem Ex-Mitarbeiter der Deutschen Bank, der seit Jahren nebenher ein bisschen berät und hauptberuflich bloggt . Zum Thema IT hauptsächlich und das mit viel Fleiß — fünf, sechs, sieben (oft längere) Einträge pro Tag waren keine Seltenheit. Da machte es dann auch nichts, dass Grammatik und Rechtschreibung eher hilflos waren, bei Basic bekam man immer jeden Trend und jeden Hype mit. Wer des Englischen mächtig ist, hätte auch einfach Engadget oder Techcrunch lesen können, aber die sind nicht so nett persönlich.

Jener Herr Basic also entschloss sich neulich, sein Blog aus persönlichen Gründen zum Verkauf anzubieten (Kaliban berichtete) und es brach ein Sturm los — weil jeder Zeitungleser das Wort “Blog” kennt, aber kaum jemand eines mit Namen kennt geschweige denn liest, stilisierte die Mainstreampresse Basic zum deutschen Proto-Blogger hoch (“Alpha-Geek” nennt ihn SpOn; “Top-Blogger” fällt 3Sat als Titel ein) und berichtete flächendeckend über den anstehenden Verkauf.

Doch es gibt ja nicht nur die Mainstream-Medien; natürlich kochte die Sache auch in der Blogosphäre hoch: Robert hatte angegeben, mit dem Blog im letzten Jahr 37.000 Euro Umsatz gemacht zu haben (was ich nur schwer glauben kann, aber egal) und die üblichen Ventilatoren überschlugen sich mit Vermutungen über den möglichen Käufer und in welcher Weise das Blog fortzuführen sei. Ohne Robert Basic, was zumindest schwierig sein sollte, war der Mann doch bislang der einzige Autor. Ein Satz, der so oder ähnlich immer wieder fiel, war: “Bei entsprechender Vermarktung sollten sich die Werbeeinnahmen leicht verdoppeln lassen.” —- Äh, bitte?

Keine Ahnung, in welchem Markt sich die Leute bewegen, aber in dem, den ich kenne, schlittern die TKPs südwärts.

Eine Verdoppelung der Einnahmen, die mal lässig vorausgesetzt wird, ist in der richtigen Welt schwer bis unmöglich — wir sprechen hier über ein Blog, dem naturgemäß einige der übleren Sperenzchen, die Portale heutzutage machen, um die TKPs zu halten, verwehrt bleiben — keine redaktionelle Einbettung, keine Gigantobanner, keine Popups/-unders etc. — ich hielte es für sensationell, wenn sich für ein Blog mit Layout und Konzept von Basicthinking drei Werbeformen zu je 3 Euro TKP verkaufen ließen, womit BT bei Vollauslastung unter den 37K wäre, die Robert derzeit zu erlösen behauptet. Meines Erachtens lief da ordentlich Gefälligkeitswerbung. Die nach einem Verkauf natürlich erstmal weg ist.

Das Problem bei Blogs ist nun mal dasselbe wie bei allen deutschsprachigen Content-Sites — wenn man’s gut machen will, ist der Aufwand ist eigentlich zu hoch für den zu erzielenden Ertrag.

Daher wundert es mich auch nicht, dass BT nicht von jemandem gekauft wurde, der da ein Geschäftsmodell gesehen hat, sondern von jemandem, der vom Hype profitieren will: 46.902 Euro zahlte eine Hostingfirma (aus ihrem PR-Etat) und verspricht, das Blog “im Sinne von Robert” weiter zu führen.

Stolzer Preis für eine Content-Webseite dieser Größe, aber letztendlich Kleingeld für jemanden, der nur vom Hype profitieren und mithilfe der derzeit überall verblasenen Heißluft ein Produkt lancieren möchte.

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Web – Web 1:2

19. Dezember 2006 · 4 comments

Web 1.0: “Under Construction”
Web 2.0: “Beta”

Web 1.0: Crap sites on Geocities.
Web 2.0: Crap sites on MySpace.

Web 1.0: New media company buys old media company.
Web 2.0: New media company buys new media company.

Web 1.0: Pointless Flash widgets.
Web 2.0: Pointless “Ajax” widgets

Web 1.0: Making web pages in a word processor.
Web 2.0: Preparing documents in a web browser.

Web 1.0: Wanking to pictures of Jenna Jameson
Web 2.0: Wanking to videos of Jenna Jameson

Quelle:
zeldman.com
(jaja, kennt schon jeder)