Zensur

SOPA Blackout

by Gunnar on 18. Januar 2012 · 3 comments

Okay, heute ist der Tag des Protests gegen Internetzensur. Ein amerikanisches Thema, erstmal (SOPA / PIPA sind ja US-Initiativen), aber es ist ja nicht so als wären wir in Europa auf einer Insel der Glückseligen. Ich empfehle, so noch nicht geschehen, sich einzulesen: mit Warum SOPA auch uns angeht, beispielsweise. Weiterführend auch hier, hier oder hier. Oder auch hier, bei der Protestaktion der US-Gamer.

Kaliban.de spart sich allerdings die aktive Teilnahme und das leicht alberne Abdunkeln der Seite, weil’s ja doch nur Preaching to the Choir wäre.

Aber hey, für einen Protestsong muss Zeit sein:

Und am besten auf den Punkt bring’s dieses GIF von The Oatmeal:

Was China zensiert…

by Gunnar on 29. März 2010 · 8 comments

Komplette Grafik bei Information is beautiful. Dort gibt’s noch weitere großartige Visualisierungen, etwa die zur linken/rechten Politik oder die über Drogen.

Die Charts der Seite gibt es übrigens auch als Buch. Schönes Geschenk für Medienfuzzis und solche Leute. Oder Mathematikprofessoren.

Google: Rückzug aus Deutschland

by Gunnar on 25. März 2010 · 11 comments

Heute Morgen hat der Internetsuchdienst Google seinen Dienst in Deutschland eingestellt und leitet Suchanfragen über die deutsche Google-Adresse ins benachbarte Holland weiter. Grund dafür war ein langjähriger Streit mit den deutschen Behörden über die Filterung bestimmter Suchergebnisse, die gegen deutsche Gesetze verstoßen. Neben Inhalten, die nach Meinung der Machthaber in Berlin gegen den Jugendschutz verstoßen, trifft die deutsche Internetzensur – “Digital Berlin Wall” – vor allem politische Inhalte. So werden die Thesen rechtsextremer Dissidenten und sogenannter Holocaustleugner in Deutschland per Gesetz verfolgt. Bislang kooperierte der Suchmaschinengigant Google mit den deutschen Behörden und enthielt deutschen Internetnutzern Suchergebnisse vor, die auf entsprechende Seiten verweisen. In den benachbarten Niederlanden existieren derlei politische Zensurmaßnahmen nicht. Es bleibt abzuwarten, wie die deutschen Behörden auf Googles Kampfansage reagieren. […]

[Text komplett geklaut beim Spiegelfechter, weiterlesen kann man dort. Lohnt sich.]

zensursulaWie einst Hindenburg: In dem Versuch, die Jugend vollends dem Parteiensystem, der Demokratie und dem Prinzip Wählen gehen zu entfremden, greift die etablierte Politikerblase in einer Zangenbewegung von zwei Seiten an. Zum einen frustriert man die aktiven, gebildeten Netznutzer (wie Johnny oder Thomas oder die hier) durch Zensursulas schwachsinniges Internetsperren-Gesetz, das soeben beschlossen wurde. Zum anderen zeigt man durch die Klamotte mit den Killerspielen auch noch dem letzten Hauptschüler, wie unfassbar voreingenommen, arrogant und sachkenntnisfrei in der Politik Debatten geführt werden. Zange 1 treibt Leute aus den Parteien in Projekte, NGOs und generell ins Außerparlamentarische. Oder in die Piratenpartei, vielleicht. Zange 2 befördert massiv die Wahlabstinenz von Jungwählern, die gleich zu Beginn ihrer Wählerkarriere volle Kanne das Gefühl vermittelt bekommen, dass die da oben eh spinnen und dass es egal ist, ob oder wen man wählt.

Wenn’s Absicht wäre, Hut ab. Ein perfider Masterplan: Durch eine ausgetüftelte Kette von Maßnahmen treibt man das Durchschnittsalter der Wähler auf 60 Jahre und kann sich dann auf die Rentenpolitik kaprizieren. Passt ja auch besser zu der Lebenswirklichkeit der Damen und Herren in Berlin.

Nachsatz: Besonders gelungen ist die Sache, wenn Zange 1 und 2 im Ziel zusammentreffen, da freut sich Herr Strobl (CDU). Leute wie der Strobl verwenden immer das entlarvende Schlagwort “Das Internet ist kein rechtsfreier Raum” — Teile der Politik (wir erinnern uns: Viele Politiker wissen nicht, was ein Browser ist) sehen das Internet offenbar per se als Sündenpfuhl, für den man Vorschriften braucht. Man denkt sich: Es gibt doch auch Vorschriften für Radio und TV und Zeitschriften, warum sollte man das Internet (und die sich dort tummelnden Onlinecommunitybenutzer) nicht kontrollieren können? Es geht hier darum, die Deutschen von Dingen fernzuhalten, die nicht im Interesse der Mainstream-Politik sind. Kinderpornografie, Naziseiten im ersten Schritt, im Nachgang vielleicht auch Pirate Bay und Indymedia. Wer weiß? Die Kinderpornografieszene hingegen, die es nach Expertenaussagen im Internet so ja gar nicht gibt, weil die aus Angst vor Entdeckung ihre “Ware” lieber per Post tauschen, wird von einem solchen Gesetz nicht tangiert — das ist bloß Alibi. Es geht einfach darum, den Innenministerien eine Waffe zu geben, gegen was auch immer — die Internetsperre ist die Schrotflinte, die sich der paranoide Hausbesitzer neben das Bett legt.

Update: Morgen findet um 12:00 eine bundesweite Demo statt, meist getragen von den Piraten, zumindest in München aber auch von einem ziemlich breiten Bündnis: Piraten, AK Zensur, FDP, Grüne, Linke, MOGIS u.a. Siehe Flyer. Hingehen, würde ich sagen!

zensursulaKaliban.de unterstützt die heutige Online-Demo von Spreeblick zur Internet-Zensur. Warum heute? Weil heute der Bundestag vermutlich das Gesetz durchwinken wird, mit dem die Schäubleraner sich die Legitimation erschleichen, per Liste Webseiten zu Kinderpornografie zu sperren. Nun ist das auf den ersten Blick sinnlos, weil auch leicht umgehbar, aber der Präzedenzfall, der damit geschaffen wird, ist bedenklich. Wer das eine sperren kann, kann auch anderes sperren.

Hinklicken, mitmachen, weitersagen.

UPDATE: Und wie bestellt, lässt es sich Dieter Gorny, Musikindustrie-Lobbyist, nicht nehmen, gleich mal draufhinzuweisen, wozu man die schöne Internet-Sperr-Technologien noch nutzen könnte, zum ” Schutz des geistigen Eigentums” nämlich. Heute Kinderporno-Seiten (wenn es die überhaupt gibt), morgen Tauschbörsen, übermorgen Nazi-Seiten, nächste Woche missliebige Parteien.